Mobile Wallbox: Für wen sie sich lohnt und für wen nicht


Nicht jede Person, die ein Elektroauto fährt, hat eine eigene Garage mit fest installierter Wallbox. Zugleich ist das Laden an öffentlichen Ladesäulen nicht nur teurer, sondern kann je nach Wohnort auch umständlich sein. Wer auf der Straße parkt, zur Miete wohnt oder einer Eigentümergemeinschaft angehört und zunächst keine Genehmigung für einen festen Anschluss bekommt, steht vor einem echten Problem: Wie kommt der Strom ins Auto, wenn keine feste Ladelösung möglich ist?
Genau hier kommt die mobile Wallbox ins Spiel. Sie ist zwar kein gleichwertiger Ersatz für eine feste Installation, aber in bestimmten Situationen eine praktikable Option. Eine mobile Wallbox, auch als mobile Ladestation bezeichnet, ist ein tragbares Ladegerät für Elektroautos. Anders als eine fest an der Wand montierte Wallbox wird sie nicht dauerhaft installiert, sondern bei Bedarf an eine vorhandene Steckdose angeschlossen, also eine haushaltsübliche Schuko-Steckdose oder einen CEE-Anschluss. Das Auto wird dann über ein Kabel mit integrierter Steuer- und Sicherheitselektronik geladen, die den Ladevorgang überwacht und die Leistung begrenzt.
Dabei gilt es einiges zu beachten, beispielsweise dass eine hohe, permanente Last an der Steckdose vermieden werden sollte. In diesem Artikel findest du einen Überblick, für welche Wohn- und Parksituationen sich eine mobile Wallbox tatsächlich eignet und wo sie an ihre Grenzen stößt.
Dauerlast: Deshalb braucht man eine mobile Wallbox
Warum braucht man überhaupt ein mobiles Ladegerät? Ein Elektroauto könnte man doch ganz einfach direkt an die Steckdose anschließen. Die Schwachstelle dabei ist die Steckdose selbst, denn eine normale Schuko-Haushaltssteckdose ist für kurzzeitige Belastungen ausgelegt, nicht aber für viele Stunden am Stück mit hoher Dauerlast. Bei Fehlnutzung oder Fehlfunktion einer mobilen Ladestation können sich die Kabel erhitzen und im schlimmsten Fall sogar einen Kabelbrand auslösen.
Genau deshalb begrenzen mobile Ladestationen die Ladeleistung, meist auf 1,8 bis 3 Kilowatt statt der theoretisch möglichen 3,68 Kilowatt einer Schuko-Steckdose. Die Leistung kann oft auch manuell oder per App eingestellt werden. Die Leistungsbegrenzung ist kein technischer Kompromiss, sondern eine Sicherheitsmaßnahme. Bei CEE-Steckdosen, die oft auch auf Campingplätzen verfügbar sind, ist sogar eine höhere Ladeleistung von 11 oder 22 Kilowatt möglich. Die mobilen Ladegeräte sind dann zwar teurer, das Laden aber auch deutlich schneller. Vergleiche hier die Ladeverluste zu Hause bei Steckdose und Wallbox.
Grundsätzlich ist die Nutzung einer mobilen Ladestation an einer normalen Steckdose nicht verboten, jedoch solltest du die Anmelde- bzw. Genehmigungspflicht beim Netzbetreiber sowie die Bedingungen der Kfz-Versicherung prüfen. Manche sichern mobile Ladegeräte in Teil- oder Vollkasko mit ab, andere nicht. Der Leistungsumfang bestimmt dann maßgeblich, wie viel die Elektroauto-Versicherung kostet.
Mobile Wallbox: lohnt sich das?
Eine mobile Ladestation umgeht eine fest installierte Wallbox, sofern irgendwo eine nutzbare Steckdose vorhanden ist, etwa in einer Garage oder am Hausanschluss. Grundsätzlich nimmt die mobile Wallbox nicht viel Platz ein, passt ins Gepäck und ermöglicht das Laden an praktisch jeder normalen Steckdose vor Ort. Mit Einstiegspreisen zwischen 150 und 200 Euro ist die Investition überschaubar, insbesondere im Vergleich zur fest installierten Wallbox. Selbst ein teures mobiles Ladegerät, das beispielsweise bei Überhitzung der Steckdose automatisch abschaltet, bleibt unter dem, was Gerät, Installation und Betrieb einer festen Wallbox wirklich kosten.
Wegen der gedrosselten Ladeleistung und der entsprechend langen Ladezeiten dient die mobile Option aber in der Regel eher als Zwischenlösung. Die Ladeleistung vom Schukoanschluss, die aus Sicherheitsgründen von dem mobilen Ladegerät auf durchschnittlich 2,3 Kilowatt begrenzt wird, ermöglicht ein Aufladen von 23 Kilowattstunden in 10 Stunden. Das Aufladen eines Akkus mit einer Kapazität von 40 Kilowattstunden dauert von 0 auf 100 Prozent rechnerisch rund 17,4 Stunden. Bei einem größeren Akku mit 60 Kilowattstunden liegt die rechnerische Ladezeit bei etwa 26 Stunden.
Pro: Für wen sich eine mobile Wallbox lohnt
Wer in einer Mietwohnung lebt und keinen zugewiesenen Stellplatz mit eigenem Stromanschluss hat, kann gegebenenfalls keine feste Wallbox installieren, denn diese baulichen Veränderungen brauchen eine Genehmigung bzw. einen Beschluss. Mit einer normalen Steckdose kann die mobile Ladestation Abhilfe schaffen.
Auch wer viel unterwegs ist und dabei einen Parkplatz mit Steckdosenzugang nutzen kann, beispielsweise bei der Familie, am Arbeitsplatz oder in einer angemieteten Garage in der Nähe, profitiert von der Flexibilität, das Ladegerät einfach mitzunehmen. Dank dieser Technologie kann man mit dem Elektroauto in den Urlaub fahren, auch in Länder, wo die Infrastruktur weniger dicht ausgebaut ist.
Zudem kann sich die Technologie lohnen, wenn ein Elektroauto nur gelegentlich bewegt wird und sich dafür keine teure Festinstallation lohnt, beispielsweise bei einem Zweitwagen für kurze Strecken. Der Ladebedarf ist gering und eine mobile Wallbox reicht aus, um den Akku zwischendurch zu laden, ohne dass eine dauerhafte Investition in eine feste Anlage nötig wird.
Kontra: Für wen sich eine mobile Wallbox eher nicht lohnt
Wer ein eigenes Haus mit Stellplatz oder Garage besitzt und das Elektroauto täglich lädt, ist mit einer fest installierten Wallbox in aller Regel besser bedient. Eine feste Anlage lädt schneller und ist auf Dauerbetrieb ausgelegt. In diesem Nutzungsszenario könnte außerdem eine Erweiterung auf Photovoltaik und bidirektionales Vehicle-to-Grid-Laden interessant sein, was von immer mehr Modellen technisch unterstützt wird.
Dabei ist allerdings zu beachten, dass auch in diesem Nutzungsszenario das Nachrüsten einer festen Wallbox kompliziert sein kann. Um eine Ladeleistung von 11 Kilowatt oder mehr zu erbringen, reicht kein einfacher Stromanschluss. Der notwendige dreiphasige Anschluss hingegen kann mit baulichem Aufwand einhergehen. Auch in diesem Szenario ist die Nutzung einer mobilen Wallbox als Übergangslösung lohnenswert.
Auch wer regelmäßig große Reichweiten nachladen muss, stößt mit einer mobilen Lösung schnell an Grenzen, weil die Ladeleistung begrenzt und die Ladezeit entsprechend lang ist.
Wer ausschließlich als Laternenparker am Straßenrand parkt, hat ebenfalls keinen Nutzen von einer mobilen Ladestation. Naturgemäß gibt es dann keinen eigenen Stromanschluss vor Ort und ohne Zugriff auf eine Steckdose bringt auch das beste tragbare Ladegerät nichts. Wenn das Laden zu Hause keine Option ist, schafft nur eine öffentliche Ladesäule Abhilfe.
Eine mobile Wallbox macht eine haushaltsübliche Steckdose nutzbar, um ein Elektroauto zu laden. Was für einige Nutzungsszenarien durchaus praktisch ist, hat aber auch Grenzen. (Bild: KI-generiert)
Zusammengefasst: Ist eine mobile Wallbox sinnvoll für mich?
Die Entscheidung für oder gegen eine mobile Ladestation hängt von deiner Wohn- und Parksituation sowie deinem Nutzungsprofil ab. Steht ein dauerhafter Stellplatz zur Verfügung und wird das Auto täglich geladen, spricht vieles für eine feste Installation.
Ist die Situation dagegen unklar, temporär oder wechselnd wie bei Mietwohnungen, fehlender Zustimmung oder häufigen Ortswechseln, bietet die mobile Wallbox eine alternative Übergangs- oder Ergänzungslösung. Passt dein E-Auto noch zu deiner Ladesituation? Jetzt kostenlos bewerten lassen.
Quellen
ADAC - Mobile Wallboxen im Test (2024)
E-Engine - Wann ist das Laden an der Schukosteckdose sicher?


