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Ratgeber Laden zuhause: Worauf du bei Wallbox, Steckdose und Ladeverlusten achten musst

Wallbox oder Haushaltssteckdose? Der Ratgeber erklärt, wie du dein E-Auto zuhause sicher und effizient lädst, welche Ladeverluste entstehen und wie du Stromkosten senkst.
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2026
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min Lesezeit
Sichere und effiziente Heimladung eines Elektroautos vor einem Einfamilienhaus

Für viele ist es das wichtigste Argument für ein Elektroauto: Man kann es abends einfach in der Einfahrt an den Stecker stecken, genau wie das Smartphone auf dem Nachttisch. Am nächsten Morgen ist dann der Akku voll, der Tag kann beginnen. Noch besser: Während die Sonne scheint, kann man dank der eigenen Photovoltaikanlage sogar kostenfrei laden. Trotzdem sollte man einiges beachten. Allen voran steht die Frage: Brauche ich eine Wallbox oder reicht die heimische Steckdose? Und wie hoch wird die Stromrechnung? In diesem Artikel beleuchten wir die Möglichkeiten, das Elektroauto zuhause zu laden und geben dir Tipps, um die Stromrechnung klein zu halten. Falls du zu Hause keine Lademöglichkeit hast, keine Sorge. Im nächsten Artikel werden wir uns damit beschäftigen, was das Laden unterwegs für Vor- und Nachteile hat.

Das Laden an der Haushaltssteckdose ist langsam und birgt Risiken

Die meisten Elektroautos werden mit einem Ladekabel ausgeliefert, welches das Elektroauto mit einer Haushaltssteckdose verbindet. Der Kasten an diesem Kabel (die ICCB – In-Cable Control Box) ist mehr als ein reines Netzteil; er kommuniziert auch mit dem Auto und überwacht den Ladevorgang, überwacht unter anderem auch die Hitzeentwicklung. Trotzdem solltest du dieses Kabel nur im Notfall benutzen. Das Problem dabei ist nämlich nicht das Kabel selbst. Vielmehr sind die Steckdosen in deinem Haushalt oder der Garage in der Regel nicht für eine stundenlange Dauerbelastung mit hoher Leistung ausgelegt. Es besteht die Gefahr, dass die Steckdose überhitzt, was im schlimmsten Fall zu einem Brand führen kann. Schneller und vor allem für den Dauerbetrieb ausgelegt ist eine fest installierte Wallbox.

Elektroauto mit Ladestecker
Risiken beim Laden an der Haushaltssteckdose vermeiden

Der vielleicht wichtigste Grund gegen die Haushaltssteckdose sind die massiven Energieverluste

Eine ADAC-Studie zu Ladeverlusten hat nachgewiesen, dass beim Laden bis zu 24 Prozent der Energie verloren gehen kann. Das liegt daran, dass der Wechselstrom (AC) aus dem Hausnetz vom Bordladegerät des Autos in Gleichstrom (DC) für den Akku umgewandelt werden muss. Dieser Prozess erzeugt Wärme und damit Verluste. Am höchsten waren diese Verluste im Test beim Laden an der Schuko-Steckdose. Eine 11-kW-Wallbox hingegen arbeitet deutlich effizienter; hier lagen die Verluste nur noch zwischen 5 und 10 Prozent.

Eine Wallbox ist effizienter und schneller

Wer ein Elektroauto hat und die Möglichkeit besitzt, eine eigene Wallbox mit Typ-2 Stecker zu installieren, der sollte das also tun. Der Typ-2-Stecker ist der europäische Standard, über den seit 2013 alle AC-Ladesäulen innerhalb der EU verfügen müssen. Dabei handelt es sich um Ladesäulen, an denen mit Wechselstrom (AC) geladen wird. An öffentlichen Ladesäulen sind bei Ladung per Typ-2-Stecker Leistungen bis zu 43 kW möglich. Zu Hause bei der Ladung per Wallbox lädst du dein Elektroauto bei bis zu 22 kW. Dabei ist der Typ–2-Stecker flexibel nutzbar für ein- bis dreiphasiges Wechselstromladen.

Aber aufgepasst: Die Ladeleistung ist von E-Auto zu E-Auto unterschiedlich und wird durch das Batteriemanagementsystem und den eingebauten Gleichrichter vorgegeben. Hierauf solltest du beim Kauf achten. Wenn dein Elektroauto eine maximale Ladeleistung von 11 kW AC hat, dann lädt es auch mit einer 22 kW-Wallbox nur mit maximal 11 kW.

Typ-2-Standard Ladekabel für E-Autos
Typ-2-Standard bietet europaweit maximale Wallbox-Kompatibilität

Eine 11-kW-Wallbox ist für die meisten Eigenheime der beste Kompromiss

Die gängigsten Wallboxen für zuhause bieten 11 kW oder 22 kW Ladeleistung. Auf den ersten Blick wirkt mehr Leistung besser, doch eine 11-kW-Wallbox ist für die meisten Anwendungsfälle die sinnvollere und unkompliziertere Wahl. Sie muss beim Netzbetreiber lediglich angemeldet werden. Eine 22-kW-Wallbox hingegen ist genehmigungspflichtig, und der Netzbetreiber kann den Anschluss verweigern, wenn er eine Überlastung des lokalen Stromnetzes befürchtet. Da das Auto ohnehin meist über Nacht lädt, reicht die Leistung von 11 kW völlig aus, um jeden Akku morgens voll zu bekommen.

Ein Tipp für die Wahl der richtigen Kabellänge: Achte darauf, wo die Wallbox in der Garage angebracht ist, ob du vorwärts oder rückwärts einparkst, und wo sich die Ladeklappe an deinem Auto befindet.Bedenke auch, dass es beim nächsten Elektroauto anders sein könnte.

11-kW-Wallbox in Tiefgarage
11-kW-Wallbox als optimale Lösung für private Garagen

Smarte Wallboxen helfen, die Stromkosten durch gezieltes Laden zu senken

Bei der Auswahl der Wallbox stellt sich die Frage, ob es ein einfaches oder ein "smartes" Modell sein soll. Eine smarte Wallbox ist mit dem Internet verbunden und lässt sich per App steuern. Das ermöglicht Funktionen wie das zeitgesteuerte Laden, um günstige Nachtstromtarife zu nutzen. Der größte Vorteil ist jedoch die Integration in ein Heim-Energiemanagement. So kann die Wallbox angewiesen werden, das Auto ausschließlich mit überschüssigem Strom der eigenen Solaranlage zu laden, was die Ladekosten drastisch senkt.

Bidirektionales Laden ist die Zukunft, aber heute oft noch zu teuer

Eine Funktion, die zunehmend wichtiger wird, ist das bidirektionale Laden. Dabei kann das Auto Strom nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder zurück ins Hausnetz abgeben. Dein Auto wird so zum mobilen Stromspeicher für deine Solaranlage. Bisher unterstützen jedoch nur wenige Autos diese Funktion, und es sind spezielle, deutlich teurere Wallboxen dafür nötig. Ob sich die Investition heute schon lohnt oder ob man besser auf die nächste Generation von AC-Wallboxen wartet, die diese Funktion günstiger anbieten sollen, ist eine strategische Entscheidung die du mit Blick auf die Zukunft sorgfältig treffen solltest. Vor allem in Kombination mit einer Solaranlage ist es aber eine Überlegung wert. Dann hast du mit einem Elektroauto in der Einfahrt in der Regel einen deutlich größeren Speicher für deinen selbst produzierten Strom als in Häusern in der Regel verbaut wird.

Ein Beispiel: Im Haushalt sind in der Regel Akkus in der Größe von 5-10 kWh verbaut, was einen normalen Haushalt durch die Nacht mit gespeichertem Strom versorgen sollte. Wenn du einen neuen Volvo EX90 fährst, hat dieser eine 101 kWh große Batterie. Durch seine Möglichkeit, bidirektional zu laden, kann er indem er nur 10 Prozent seiner Kapazität dem Haus zur Verfügung stellt, deinen Stromspeicher für dein Haus schon verdoppeln.

Die Kosten für eine Wallbox hängen stark vom Installationsaufwand ab

Je nach Modell und Funktion kostet eine Wallbox selbst zwischen 500 bis 1.000 Euro. Bidirektionale Anlagen sind deutlich teurer. Die Installation durch einen Elektriker kostet oft zusätzlich 1.000 bis 2.000 Euro, je nachdem, ob ein Starkstromanschluss bereits vorhanden ist, oder dafür Wanddurchbrüche oder neue Kabelwege nötig sind.

Grauer Elektro-SUV
Elektroauto mit verändernden Laderegeln im Fernverkehr

Das Laden unterwegs folgt anderen Regeln

Das Laden des Elektroautos zuhause ist ein großer Vorteil für den E-Auto-Alltag: Es ist zwar langsamer mit AC-Laden, dafür aber komfortabel und dank niedriger Strompreise und geringer Ladeverluste sehr günstig. Wenn du allerdings keine eigene Lademöglichkeit hast oder sobald du auf die Langstrecke gehst, gelten komplett andere Regeln. Dort zählt vor allem Geschwindigkeit beim DC-Laden und der Preis im Tarif-Dschungel verschiedener Ladekarten. Wie du in der Stadt oder auf der Autobahn lädst, welche Ladekarten du wirklich brauchst und warum die Ladekurve deines Autos wichtiger ist als die maximale Ladeleistung, erklären wir dir im zweiten Teil unserer Serie: Schnellladen unterwegs.

Quellen

ADAC: Elektroauto laden: Das sind die Voraussetzungen zu Hause und unterwegs

ADAC: Steckertypen und Ladekabel: Was passt für Ihr Elektroauto?

ADAC: Elektroauto Ladeverluste: AC oder DC – was ist effizienter?

EnBW: E-Auto richtig laden: 10 Tipps für Neulinge und Profis

EnBW: Welche Steckertypen und Ladekabel gibt es für E-Autos?

Volvo: Energie für den Alltag: Neuer Volvo EX90 mit bidirektionaler Ladefunktion

FAQ zu diesem Thema

Kann ich ein E-Auto an einer normalen Steckdose laden?
Ja, mit einem Notladekabel, aber bitte nur im Ausnahmefall. Die Steckdose ist nicht für die Dauerlast ausgelegt, es besteht Brandgefahr.
Wie hoch sind die Ladeverluste beim E-Auto zuhause?
Laut ADAC sind sie an einer 11-kW-Wallbox mit 5 bis 10 Prozent am geringsten. An der Haushaltssteckdose (Schuko) gehen durch die langsame Übertragung und den Umwandlungsprozess im Auto bis zu 24 Prozent der Energie verloren.
Brauche ich eine Genehmigung für eine 11-kW-Wallbox?
Nein. Eine Wallbox mit bis zu 11 kW Ladeleistung muss dem Netzbetreiber vor der Installation nur gemeldet werden. Erst Wallboxen mit mehr als 11 kW (z.B. 22 kW) sind genehmigungspflichtig und können abgelehnt werden.
Was ist der Unterschied zwischen AC- und DC-Laden?
AC-Laden (Wechselstrom) ist das langsame Laden zuhause (Wallbox/Steckdose). Der Strom wird im Auto umgewandelt. DC-Laden (Gleichstrom) ist das Schnellladen (ab 50 kW) z.B. an Autobahnen, bei dem der Strom direkt in den Akku fließt.
Was kostet eine Wallbox-Installation?
Die Kosten variieren stark. Die Wallbox selbst kostet 500 bis 1.000 Euro. Die Installation durch einen Elektriker kostet oft zusätzlich 1.000 bis 2.000 Euro, je nachdem, ob ein Wanddurchbruch oder neue Kabelwege nötig sind.
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