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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
•
03
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11
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2026
•
8
min Lesezeit
Elektroauto oder Verbrenner? Diese Frage sollte sich inzwischen jeder beim Autokauf ernsthaft stellen. Symbolbild KI-generiert.

E-Auto oder Verbrenner? Wer ein Auto kaufen möchte, stellt sich diese Frage zunehmend. Dabei hat sich die Ausgangslage verändert: Moderne Elektroautos fahren weit, laden schnell und sind gebraucht zunehmend erschwinglich. Sie können im Alltag erheblich günstiger sein als Benziner oder Diesel. Trotzdem ist nicht jeder mit einem Elektroauto automatisch besser bedient.

Die kurze Antwort: Kannst du zu Hause oder am Arbeitsplatz günstig laden, spricht heute sehr viel für ein Elektroauto. Ohne verlässliche Lademöglichkeit wird die Rechnung schwieriger. Entscheidend sind dein Fahrprofil, die Strompreise und die Gesamtkosten. Hier erfährst du, worauf es wirklich ankommt.

 

E-Auto vs. Verbrenner: Kosten pro 100 Kilometer

Der wichtigste technische Unterschied ist die Effizienz. Ein Verbrennungsmotor gibt einen großen Teil der Energie als Wärme ab. Der Elektromotor nutzt die eingesetzte Energie wesentlich besser. Laut Bundesumweltministerium ist das Elektroauto unter Berücksichtigung der Energiebereitstellung ungefähr dreimal so effizient wie ein Benziner.

Ob du finanziell profitierst, hängt aber vom Preis pro Kilowattstunde ab. Die BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026 nennt für Haushalte im bisherigen Jahresverlauf durchschnittlich 37,3 Cent. Der ADAC setzt für ein Szenario mit ausschließlich öffentlichem Laden 60 Cent an. Tatsächliche Ladetarife können abweichen.

Beim Kraftstoff verwenden wir die bundesweiten ADAC-Durchschnittspreise vom 28. Oktober 2026: 2,084 Euro für Super E10 und 2,289 Euro für Diesel je Liter.

Drei Fahrprofile, drei Rechnungen

 

FahrprofilElektroauto pro 100 kmBenziner pro 100 km
Pendler mit Heimladen6,71 €13,55 €
Stadtbewohner mit öffentlichem Laden11,40 €13,55 €
Vielfahrer auf der Autobahn13,80 €14,59 €

 

Annahmen: Wir vergleichen gedanklich einen elektrischen Kompaktwagen mit einem ähnlich großen Benziner. Die Verbräuche sind realistische Beispielwerte, keine Messungen eines konkreten Modellpaars. Beim Elektroauto ist jeweils die bezahlte Strommenge inklusive angenommener Ladeverluste gemeint. Für alle Profile nehmen wir fünf Jahre Haltedauer und unveränderte Energiepreise an.

Pendler: 15.000 km im Jahr, 18 kWh/100 km zu 37,3 Cent gegenüber 6,5 Litern Benzin. Das E-Auto spart bei der Energie rund 1.025 Euro jährlich.

Stadtbewohner: 8.000 km, 19 kWh/100 km zu 60 Cent gegenüber 6,5 Litern Benzin. Die jährliche Ersparnis schrumpft auf rund 172 Euro.

Vielfahrer: 30.000 km, 23 kWh/100 km zu 60 Cent gegenüber 7 Litern Benzin. Hier bleiben rund 236 Euro im Jahr. Ein sparsamer Diesel mit 5,5 Litern verbraucht beim genannten Dieselpreis dagegen Kraftstoff für 12,59 Euro pro 100 Kilometer und liegt damit unter den Ladekosten.

Die Tabelle zeigt nur Energie, nicht die gesamten Autokosten. Und wer zu Hause für 25 Cent lädt oder gar Strom von der eigenen PV-Anlage nutzt, fährt noch einmal deutlich günstiger. Weitere Einordnung bietet Was das Laden zuhause und unterwegs kostet.

 

Grafik KI-generiert, Annahmen siehe Blogtext

 

Unterhaltskosten beim Elektroauto: Weniger Verschleiß, aber nicht immer günstiger

Ein Elektroauto braucht weder Motoröl noch Zündkerzen, Auspuffanlage oder klassische Kupplung. Die Rekuperation bremst das Fahrzeug häufig über den Elektromotor, sodass die Bremsbeläge weniger verschleißen können. Vollständig wartungsfrei ist ein Stromer trotzdem nicht. Reifen, Fahrwerk, Klimaanlage und Bremsen benötigen weiterhin Pflege und Kontrolle.

Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt eine ADAC-Stichprobe vom Februar 2026. Bei vier von fünf untersuchten Automobilherstellern lagen die angebotenen Inspektionskosten für Verbrenner um mindestens ein Drittel über denen vergleichbarer Elektroautos. Dacia bildete die Ausnahme. Entscheidend bleibt also das konkrete Fahrzeug und die Werkstatt.

Kfz-Steuer (Stand November 2026, im Einzelfall prüfen): Rein elektrische Pkw mit Erstzulassung bis Ende 2030 sind maximal zehn Jahre befreit, spätestens endet der Vorteil am 31. Dezember 2035. Bei einem gebrauchten E-Auto läuft eine bestehende Befreiung gegebenenfalls weiter.

Versicherung: Hier ist der Elektroantrieb kein Garant für niedrigere Beiträge. Eine Verivox-Auswertung von Januar 2026 fand bei etwa der Hälfte der untersuchten Vollkaskotarife höhere Preise für Stromer. Prüfe deshalb Typklasse, Versicherungsschutz und individuelle Angebote.

Wertverlust: Bei Neuwagen ist er häufig der größte Kostenblock. Schneller technischer Fortschritt und sinkende Neupreise können ältere E-Autos unter Druck setzen. Für Gebrauchtwagenkäufer entstehen dadurch Chancen. Mehr dazu findest du bei Wertverlust: Elektroauto gegen Verbrenner im Detail.

Wichtig ist die Vollkostenrechnung. Der ADAC kalkuliert über fünf Jahre inklusive Anschaffung, Wertverlust, Versicherung und Betrieb. Das Ergebnis hängt stark vom Modell und Strompreis ab. Bei günstigem Strom liegen viele Elektroautos vorn, bei teurem öffentlichem Laden nicht zwangsläufig.

 

Laden, Reichweite und Langstrecke: Wie alltagstauglich ist das Elektroauto?

Laden kann bequemer sein als Tanken

Mit einer Wallbox entfällt der regelmäßige Besuch an der Tankstelle. Du steckst das Auto nach Feierabend an und startest morgens mit genügend Energie. Dabei muss die Batterie nicht täglich vollständig geladen werden. Für die meisten Pendelstrecken genügt es, nur einen Teil der verbrauchten Energie nachzufüllen.

Ohne privaten Ladeplatz sieht es anders aus. Wer eine öffentliche Säule suchen, dort warten oder sein Auto später umparken muss, investiert Zeit. Kannst du während der Arbeit oder beim Einkaufen laden, ist das oft kaum ein Nachteil. Die Qualität der Ladeinfrastruktur an deinen regelmäßigen Aufenthaltsorten zählt daher mehr als die bloße Anzahl öffentlicher Ladepunkte.

Reichweite und Winter: Planung statt Reichweitenangst

Viele aktuelle Elektroautos schaffen mehrere Hundert Kilometer am Stück. Eine tägliche Fahrt von 30 oder 50 Kilometern stellt selbst für kleinere Batterien kein Problem dar. Auf der Autobahn, bei hohem Tempo und bei Kälte steigt allerdings der Verbrauch. Auch die Ladeleistung kann bei kaltem Akku sinken.

Der ADAC simulierte 2026 eine rund 580 Kilometer lange Winterreise bei null Grad mit 14 Familienelektroautos. Kein Fahrzeug schaffte die Strecke ohne Ladehalt. Die meisten brauchten mindestens zwei Stopps von höchstens 20 Minuten, Audi A6 Avant e-tron und Smart #5 nur einen. Solche Ergebnisse zeigen vor allem, wie unterschiedlich Modelle auf der Langstrecke abschneiden.

Eine gut geplante Urlaubsfahrt funktioniert mit einem geeigneten E-Auto dennoch entspannt. Beim Stopp kannst du essen, dich bewegen oder einen Kaffee trinken. Wer dagegen möglichst ohne Unterbrechung viele Hundert Kilometer fahren will, profitiert weiterhin vom schnellen Tanken eines Verbrenners.

Im Fahrgefühl hat Elektro einen klaren Vorsprung

Ein Elektromotor reagiert unmittelbar, beschleunigt gleichmäßig und fährt besonders im Stadtverkehr leise. Gangwechsel und Motorvibrationen entfallen. Das macht auch normale Kompaktwagen angenehm zu fahren. Wer längere Zeit elektrisch unterwegs war, empfindet einen klassischen Verbrenner deshalb oft als deutlich weniger komfortabel.

 

E-Auto oder Verbrenner nach Fahrprofil: Was passt zu dir?

Du pendelst und kannst zu Hause laden: Das ist fast der Idealfall für ein Elektroauto. Du profitierst von günstiger Energie, weniger Wartungsbedarf und hohem Komfort. Die öffentliche Ladeinfrastruktur brauchst du vor allem auf Reisen. Selbst ein gebrauchtes Modell mit kleinerem Akku kann ausreichen.

Du wohnst zur Miete, hast aber einen Ladepunkt am Arbeitsplatz: Auch ohne eigene Wallbox kann ein Elektroauto sinnvoll sein. Entscheidend sind zuverlässiger Zugang, passende Ladezeiten und der Preis. Eine günstige Säule in Laufnähe kann ähnlich hilfreich sein.

Du parkst an der Straße und lädst ausschließlich teuer öffentlich: Jetzt solltest du genauer rechnen. Dein Elektroauto bleibt effizient, aber sein Kostenvorteil kann verschwinden. Fehlt zudem ein Ladepunkt in der Nähe, ist ein sparsamer Benziner derzeit womöglich unkomplizierter.

Du bist beruflich häufig auf der Autobahn: Achte stärker auf reale Autobahnreichweite, Verbrauch und Ladegeschwindigkeit als auf den WLTP-Wert. Ein schnell ladendes E-Auto kann bestens funktionieren. Bei hohem Zeitdruck, ungünstigen Ladetarifen und sehr langen Tagesetappen kann ein Diesel besser passen.

Du fährst nur wenige Tausend Kilometer: Dann sind deine jährlichen Energiekosten ohnehin begrenzt. Ein vorhandener, abbezahlter Verbrenner kann wirtschaftlich die vernünftigere Lösung sein. Steht ohnehin ein Autokauf an, lohnt sich dennoch der Blick auf gebrauchte Elektroautos.

 

Wann der Verbrenner die bessere Wahl bleibt

Ein ehrlicher Elektroauto-Vergleich darf nicht so tun, als seien alle Hindernisse verschwunden. Ein Verbrenner hat Vorteile, wenn du praktisch nie zuverlässig laden kannst, häufig ohne längere Pausen auf Langstrecke bist oder dein vorhandenes Auto nur wenig nutzt. Auch bei speziellen Anhängeranforderungen kann das passende Elektroangebot eingeschränkt sein.

Diese Einschränkungen betreffen aber konkrete Nutzungsbedingungen und nicht die grundsätzliche Leistungsfähigkeit des Elektroantriebs. Die ehrliche Bilanz: Vorteile und Nachteile vom E-Auto hilft dir bei weiteren Details.

Unabhängig vom Fahrprofil gilt bei der Umwelt: Laut Umweltbundesamt verursachen Elektroautos über Herstellung, Nutzung und Entsorgung hinweg weniger Treibhausgase als vergleichbare Verbrenner. Die aufwendigere Batterieproduktion ändert daran im Gesamtbild nichts.

 

Fazit: Für viele ist das E-Auto die bessere Entscheidung

Beim Elektroauto oder Verbrenner gibt es keinen Sieger für jedes Fahrprofil. Doch wer günstig laden kann und ohnehin ein anderes Auto benötigt, hat heute starke Gründe, elektrisch zu fahren: hohe Effizienz, oft geringere laufende Kosten, weniger Wartung und deutlich mehr Fahrkomfort.

Interessant ist insbesondere der Gebrauchtmarkt. Wer nicht den Neupreis zahlen möchte, findet zunehmend erschwingliche elektrische Fahrzeuge. Entscheidend ist neben Reichweite und Ladeleistung auch der Batteriezustand. Wer bereits ein E-Auto besitzt und wechseln möchte, sollte seinen aktuellen Marktwert kennen.

Über Aampere kannst du dein gebrauchtes Elektroauto an Händler versteigern lassen. Erfahre: Was dein E-Auto am Markt bringt, in 48h.

Quellen

FAQ zu diesem Thema

Was sollte man kaufen, E-Auto oder Benziner?
Mit günstiger Lademöglichkeit ist das Elektroauto für viele Menschen die bessere Wahl. Es fährt effizient und komfortabel, bei Wartung und Energie lässt sich oft sparen. Ohne verlässlichen Ladezugang kann dagegen ein sparsamer Benziner praktischer sein.
Wann lohnt sich der Umstieg auf ein Elektroauto?
Besonders dann, wenn ohnehin ein Fahrzeugwechsel ansteht und du regelmäßig günstig laden kannst. Die Wirtschaftlichkeit hängt allerdings nicht allein vom Strompreis ab. Kaufpreis, Versicherung, Fahrleistung und späterer Verkaufswert gehören ebenfalls in die Rechnung.
Was kosten 100 Kilometer mit dem Elektroauto wirklich?
Bei 18 kWh bezogenem Strom und 37,3 Cent je Kilowattstunde kosten 100 Kilometer 6,71 Euro. Bei 60 Cent wären es 10,80 Euro. Dein Verbrauch inklusive Ladeverlusten und der tatsächliche Ladetarif bestimmen den Betrag.
Was spricht gegen ein Elektroauto?
Vor allem fehlende günstige Lademöglichkeiten, höhere Verbräuche bei Tempo und Kälte sowie teilweise hohe Versicherungsbeiträge. Auch der Wertverlust kann stark ausfallen. Diese Nachteile wiegen je nach Fahrprofil unterschiedlich schwer.
Für wen lohnt sich ein E-Auto im Alltag eher nicht?
Wer kaum fährt, keinen guten Ladezugang hat oder regelmäßig sehr lange Strecken ohne Pausen zurücklegen muss, kann mit einem Verbrenner besser fahren. Entscheidend sind die konkrete Nutzung und der Gesamtkostenvergleich, nicht allein der Antrieb.
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