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Hannes Dollinger
Hannes Dollinger
23
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09
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2026
8
min Lesezeit
Eine Familie wartet im Winter, während das Elektroauto an einer öffentlichen Ladestation lädt, KI-generiert

Im August 2026 war fast jedes dritte neu zugelassene Auto in Deutschland ein reines Elektroauto. Immer mehr Menschen verstehen die Vorteile eines E-Autos und erleben sie im Alltag. Auch für mich hat ein Elektroauto (fast) nur Vorteile. Im Alltag. Im Portemonnaie. Mit Sicherheit haben auch die Preise an der Zapfsäule im Sommer 2026 für die gute Konjunktur bei elektrischen Antrieben gesorgt. Auch emotional bin ich inzwischen von Elektroautos angetan. Ich verstehe aber auch, wenn der eine oder andere noch skeptisch ist.

Denn natürlich gibt es auch Nachteile. Dazu später. In diesem Artikel möchte ich dir einen Einblick in die Vorteile und Nachteile von Elektroautos geben, fundiert und ein bisschen subjektiv.

 

Würde heute noch jemand den Verbrenner erfinden?

Stell dir vor, auf unseren Straßen gäbe es seit Jahrzehnten nur Elektroautos. Wir würden leise losfahren, zu Hause laden und müssten weder Motoröl noch Zündkerzen wechseln. Und dann käme jemand mit einer neuen Idee: Wir bauen einen Tank ein, transportieren eine brennbare Flüssigkeit durchs Land und verbrennen sie in Zylindern. Dafür brauchen wir Kolben, Ventile, Einspritzung, Abgasanlage, Kühlung, Schmierung und ein Getriebe mit mehreren Übersetzungen. Beim Bremsen würden wir die Bewegungsenergie nicht wieder zurückgewinnen. Außerdem ginge ganz viel Energie als Wärme verloren. Schließlich müssten wir zu einer Tankstelle fahren, weil wir das Auto zu Hause nicht betanken können. Und, ach ja, das Fahren würde teurer werden. Es würde eine Abgabe eingeführt, weil unser Autofahren nachweislich die Umwelt schädigt. Zusätzlich zu einer Steuer, die teurer wird, wenn das Auto mehr Hubraum zum Verbrennen der fossilen Rohstoffe hat.

Würde der Verkehrsminister uns so etwas verkauft bekommen? Vermutlich nicht.

Der Verbrennungsmotor ist eine beeindruckende Ingenieursleistung, die sich in über 100 Jahren stetig weiterentwickelt hat. Aber ein Elektromotor ist kompakt, kommt mit deutlich weniger beweglichen Teilen aus und setzt Energie unmittelbarer in Bewegung um. Der Elektromotor wandelt rund 80 bis 90 Prozent der Energie in Vortrieb um, während ein Benziner nur etwa 20 bis 35 Prozent in Vortrieb umwandelt und den Großteil als ungenutzte Wärme verliert. Rekuperation sorgt dafür, dass wir Energie beim Bremsen wieder zurückgewinnen. Es ist, mit Verlaub, als würden wir unsere Wäschetrommel mit einer Dampfmaschine betreiben.

 

Die Vorteile eines E-Autos sind auch politisch

PRO

Die Benzinpreise sind aktuell ein großes Thema in der Politik und der Gesellschaft. In politisch unsicheren Zeiten wollen wir weniger abhängig von anderen Nationen und fremden Wirtschaftsmächten sein. Strom können wir, anders als Erdöl, im eigenen Land, und zunehmend aus erneuerbaren Quellen, produzieren.

 

Ein Škoda Enyaq lädt an einem Einfamilienhaus, KI-generiert

 

CONTRA

Hier müssen wir allerdings auch beim Elektroauto ehrlich einschränken. Seltene Erden, wie sie in modernen Elektroautos verbaut sind, machen uns genauso abhängig. Die Batteriefertigung gibt es auch in Europa, wir müssen jedoch aufpassen, dass wir sie nicht an China verlieren.

 

Ein Elektromotor ist einfacher konstruiert

PRO

Weniger Bauteile, weniger Wartung. Die vielen kleinen Vorteile dahinter fallen weniger auf, obwohl sie sich über Jahre summieren. Ein Elektroauto braucht keinen Ölwechsel. Es gibt keine Zündkerzen, keinen Auspuff, keine Kupplung und keinen Zahnriemen. Weniger mechanische Teile bedeuten weniger Stellen, an denen etwas verschleißen kann. Ein ADAC-Vergleich zeigt, dass die Wartungskosten vergleichbarer Verbrenner in fast allen untersuchten Fällen mindestens ein Drittel höher lagen als beim Elektroauto.

 

CONTRA

Wartungsfrei ist ein E-Auto trotzdem nicht. Reifen, Fahrwerk und Klimaanlage müssen regelmäßig geprüft werden. Auch die Bremsflüssigkeit muss gewechselt werden. Die Bremsbeläge können durch die Rekuperation länger halten, weil der Motor beim Verzögern Energie zurückgewinnt. Sie können aber auch schneller rosten,wenn sie zu wenig gebraucht werden. Ein Elektroauto ist ein fahrender Computer. Softwaresteuerung, Updates, möglicherweise schneller veraltete Technik in der Bordelektronik. Hier fehlen uns noch die Langzeiterfahrungen.

 

Laden statt tanken

PRO

Laden, während das Auto steht. Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, fährt nicht extra zum Tanken. Das Auto lädt nachts, während eines Termins oder beim Einkauf. Morgens beginnt der Tag mit einem vollen oder ausreichend geladenen Akku. Das spart den Weg zur Tankstelle. DIe Reichweite ist inzwischen mit dem Benzintank konkurrenzfähig.

 

Ein Hyundai IONIQ 6 lädt an einer öffentlichen Ladesäule, KI-generiert

 

CONTRA

Wer ausschließlich auf öffentliche Schnelllader angewiesen ist, erlebt diesen Vorteil nicht. Die Suche nach Ladestationen kann nerviger sein, als mal eben 5 Minuten an der Tankstelle zu warten. Wer nicht mit seinem Haushaltsstrom laden kann, der zahlt häufig mehr pro Kilowattstunde – trotzdem aber noch weniger als für Benzin. Wenn man unterwegs mal laden muss, dann steht man nicht 5 sondern 25 Minuten. Das muss man auf längeren Fahrten einplanen. Einen Ratgeber zum E-Auto auf der Langstrecke haben wir im Blog für dich zum nachlesen.

 

Direkte Beschleunigung

PRO

Ein Elektromotor stellt sein hohes Drehmoment praktisch aus dem Stand bereit. Es muss kein Motor hochdrehen und kein Getriebe den passenden Gang suchen. Selbst unscheinbare Elektroautos reagieren spontan auf das Fahrpedal und fühlen sich schnell und präzise an. Viel Leistung lässt sich aus einem vergleichsweise kompakten Motor holen. Gleichzeitig fährt ein E-Auto im Stadtverkehr ruhig und ohne Schaltvorgänge.

 

Ein Hyundai IONIQ 6 auf der Landstraße, KI-generiert

 

CONTRA

Dem entgegen steht ein lautloses, cleanes Fahren. Es fehlt der Motorsound. Das ist es, was viele Menschen mit den Emotionen eines Autos verbinden. Ein Elektromotor ist vielleicht zu perfekt. Zu langweilig. Auch bei mir haben die teils aufwändig komponierten künstlichen Motorgeräusche noch keine Gänsehaut ausgelöst.

 

Energie wird sinnvoller genutzt

PRO

Beim Verbrenner verschwindet ein großer Teil der eingesetzten Energie als Wärme. Der Elektromotor setzt Strom wesentlich effizienter in Bewegung um. Beim Verzögern kann er zusätzlich einen Teil der Energie zurück in die Batterie speisen. Das ist technisch schlicht die elegantere Lösung.

Keine Abgase am Auto. Ein Elektroauto stößt während der Fahrt weder Kohlendioxid noch Stickoxide aus einem Auspuff aus, weil es keinen Auspuff gibt.

 

CONTRA

Reifenabrieb bleibt, und auch Strom sowie Batterie entstehen nicht ohne Umweltbelastung. Über den gesamten Lebenszyklus fällt die Treibhausgasbilanz in Deutschland laut Fraunhofer Institut dennoch deutlich besser aus als bei einem vergleichbaren Verbrenner. Mit sauberem Strom wächst dieser Vorteil weiter.

 

Die Kosten

PRO

Die laufenden Kosten können niedriger sein. Strom ist günstiger als Benzin oder Diesel, besonders in Verbindung mit einer eigenen Photovoltaikanlage. Wartung und Verschleiß fallen geringer aus. Elektroautos sind für bis zu 10 Jahre oder bis Ende 2035 von der Kfz-Steuer befreit. Für die emissionsfreie Mobilität kann jeder Besitzer eines Elektroautos sogenannte THG-Zertifikate verkaufen. Das bringt aktuell bis zu 300 Euro jedes Jahr und reduziert die Kosten eines Elektroautos zusätzlich.

 

Ein BMW i3 ohne Räder auf einer Hebebühne in der Werkstatt, KI-generiert

 

CONTRA

Viele E-Neuwagen kosten in der Anschaffung noch mehr als vergleichbare Verbrenner. Dafür hat die Bundesregierung erneut eine Umweltprämie für Elektroautos ausgeschrieben, die die Anschaffungskosten für Haushalte mit geringerem Einkommen reduzieren soll. Für die Gesamtrechnung zählen neben dem Kaufpreis auch der Wertverlust und die Haltedauer. Hier haben Elektroautos in den letzten Jahren stärker an Wert verloren. Die junge Technik entwickelt sich, und Batteriereichweiten wie vor 5–7 Jahren sind gerade in Kleinwagen nicht mehr aktuell. Doch auch hier ändert sich der Markt und gebrauchte Elektroautos werden attraktiver. Drei bis fünf Jahre alte Stromer kann man problemlos mit großer Reichweite und moderner Software kaufen. Wie stark sich der Wert auf die Rechnung auswirkt, erklären wir ausführlich in „Wertverlust - Elektroauto vs. Verbrenner“.

 

Der große Nachteil des Elektroautos ist die Batterie

Für mich überwiegen bis hierhin die Vorteile des Elektroautos. Und die Nachteile, die lassen sich fast ausschließlich auf einen ganz bestimmten Teil des Elektroautos zurückführen. Die Batterie! Sie ist schwer, teuer und aufwendig in der Herstellung. Sie braucht Rohstoffe, deren Abbau ökologische und soziale Fragen aufwirft. Bei Kälte sinkt die nutzbare Reichweite. Und selbst schnelles Laden dauert länger als das Füllen eines Tanks.

Die Batterie beeinflusst außerdem den Kaufpreis und den Wert eines gebrauchten Elektroautos. Niemand möchte ein Fahrzeug kaufen, wenn der Zustand seines teuersten Bauteils unklar ist. Die Praxis ist allerdings besser als ihr Ruf. DEKRA findet bei seinen Schnelltests selbst bei höheren Laufleistungen in den meisten Fällen noch einen guten Gesundheitszustand von Elektroautobatterien. Trotzdem ist ein unabhängiger Batterietest beim Gebrauchtkauf sinnvoll. Was dabei wichtig ist, steht in „Gebrauchtes E-Auto kaufen 2026 – wann der Umstieg sinnvoll ist“.

 

Zwei Mechaniker arbeiten an einem BMW i3, die Batterie ist ausgebaut neben dem Fahrzeug, KI-generiert

 

Dann gibt es da noch dieses Gerücht um brennende Akkus. Ja, eine beschädigte oder fehlerhafte Lithium-Ionen-Batterie kann in einen sogenannten Thermal Runaway geraten. Ein solcher Brand ist schwerer zu löschen und kann viel Kühlwasser sowie eine längere Löschdauer erfordern. Die vorhandenen Daten zeigen aber, dass es in den Statistiken der deutschen Kfz-Versicherer laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft keine Hinweise darauf gibt, dass Elektroautos häufiger brennen als Verbrenner.

 

Warum genau dieser Nachteil immer kleiner wird

Die Batterie ist also noch die Schwachstelle des Elektroautos. Das Entscheidende ist aber die Entwicklung. Die Batterie verbessert sich in mehreren Dimensionen.

Energiedichte und Reichweite steigen. Ladeleistungen wachsen, Ladekurven werden stabiler und gute Routenplaner berücksichtigen Temperatur, Verbrauch und verfügbare Ladepunkte. Neue Zellchemien reduzieren den Bedarf an teuren oder kritischen Rohstoffen. Damit sinken auch die Verkaufspreise vieler Elektroautos.

Auch der Markt bewegt sich. Mit der wachsenden Zahl an Fahrzeugen verbessert sich auch das Angebot an gebrauchten Modellen, Batterietests und spezialisierten Dienstleistungen. Wenn du deinen Stromer verkaufen möchtest, kannst du dafür die Aampere-Verkaufsplattform nutzen.

 

Die Vorteile des E-Autos bleiben, die Nachteile schrumpfen

Ein Elektroauto ist nicht perfekt. Es ist aber die deutlich einfachere, effizientere und im Alltag oft angenehmere Maschine.

Ob es zu dir passt, hängt deshalb vor allem von deinem Alltag ab. Wenn du zu Hause oder bei der Arbeit laden kannst und deine üblichen Strecken mit der Reichweite zusammenpassen, überwiegen die Vorteile sehr schnell. Wer auf öffentliche Schnelllader angewiesen ist, sehr weit fährt oder oft schwere Anhänger zieht, muss genauer hinschauen.

Hast du ein Elektroauto, das du verkaufen willst? Dann ist der Markt für dich womöglich etwas undurchsichtig. Am einfachsten ist es, wenn du dir über Aampere das Angebot mehrerer Händler innerhalb von 48 Stunden völlig kostenfrei und unverbindlich geben lässt. Dann kannst du mit einem guten Gefühl dein nächstes Elektroauto anschaffen.

 

Quellen und weiterführende Links:

FAQ zu diesem Thema

Was sind die größten Vorteile eines E-Autos?
Elektroautos sind effizient, leise und beschleunigen direkt. Sie haben weniger Verschleißteile, brauchen keinen Ölwechsel, können zu Hause laden und verursachen beim Fahren keine lokalen Abgase.
Welche Nachteile hat ein Elektroauto?
Der größte Nachteil ist die Batterie. Sie erhöht Gewicht und Kaufpreis, benötigt Rohstoffe und braucht länger zum Laden als ein Tankvorgang. Bei Kälte kann außerdem die Reichweite sinken.
Warum braucht ein E-Auto weniger Wartung?
Ein E-Auto hat weniger bewegliche Teile. Ölwechsel, Zündkerzen, Auspuff, Kupplung und viele typische Verschleißteile des Verbrenners entfallen. Reifen und Fahrwerk müssen weiterhin gewartet werden.
Brennen Elektroautos häufiger als Verbrenner?
Dafür gibt es laut deutschen Versicherungsdaten keine Hinweise. Ein Batteriebrand ist jedoch anders und aufwendiger zu löschen. Das Risiko ist besonders zu behandeln, aber nicht automatisch größer.
Ist ein Elektroauto günstiger als ein Verbrenner?
Das hängt von Modell, Strompreis und Nutzung ab. Niedrigere Energie- und Wartungskosten können einen höheren Kaufpreis ausgleichen. Deshalb zählt die Gesamtrechnung über die Haltedauer.
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