Was kostet es, ein E-Auto zu laden? Zuhause, unterwegs und im Verbrenner-Vergleich


Während sich die Spritpreise in Deutschland auf einem historisch hohen Niveau bewegen, steigen immer mehr Menschen auf Elektromobilität um. Zugleich hat Deutschland einen der höchsten Strompreise Europas, was bei vielen die Frage aufwirft, ob sich ein Elektroauto wirklich lohnt, insbesondere im Vergleich zum Verbrenner.
Was es wirklich kostet, ein E-Auto aufzuladen, lässt sich nicht pauschal beantworten, denn der Preisunterschied zwischen der eigenen Wallbox, der öffentlichen Ladesäule und dem Schnelllader an der Autobahn ist zu groß. In diesem Artikel geben wir dir einen Preisüberblick mit nachvollziehbaren Rechenbeispielen für die drei häufigsten E-Auto-Modelle in Deutschland sowie den direkten Vergleich zu den drei meistgefahrenen Benzinern.
Die Grundformel: So berechnest du die Ladekosten selbst
Mit dieser einfachen Rechnung kannst du herausfinden, was dein Elektroauto beim Laden kostet:
Kosten pro 100 km = Verbrauch (kWh/100 km) × Strompreis (€/kWh)
Für eine ganze Strecke gilt entsprechend:
Gesamtkosten = Gefahrene km ÷ 100 × Verbrauch (kWh/100 km) × Strompreis (€/kWh)
Trage Strompreis, Verbrauch und ggf. die Strecke ein. So siehst du, was dein Elektroauto kostet und kannst das Laden an der heimischen Wallbox mit dem AC- und DC-Laden unterwegs vergleichen. Der Strompreis variiert stark und ist ausschlaggebend, was die Kostendifferenz zwischen verschiedenen Lademöglichkeiten angeht. Um verschiedene Modelle, ob Elektroauto oder Verbrenner, untereinander zu vergleichen, werden die jeweiligen Kosten pro 100 Kilometer berechnet.
Den Verbrauch deines Elektroautos kannst du den Herstellerangaben entnehmen, jedoch kann diese Angabe vom Realwert abweichen. Alternativ kannst du im Bordcomputer deines Fahrzeugs nachsehen. Dort findest du den aktuellen Verbrauch, worin Fahrverhalten, Temperatur etc. einberechnet sind.
Stromkosten im Vergleich: Wallbox, Ladesäule und Schnellladen
E-Auto zu Hause laden: Kosten im Durchschnitt
Laut der Strompreisanalyse des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft lag der durchschnittliche Haushaltsstrompreis in Deutschland im August 2026 bei 37 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Wert ist bereits im dritten Jahr in Folge gesunken, jeweils im Vergleich mit dem Vorjahresmonat.
Die Ladekosten vom E-Auto zu Hause hängen aber natürlich direkt vom eigenen Stromtarif ab. Wer seinen Tarif kürzlich gewechselt hat, zahlt beispielsweise oft weniger. Neukundentarife lagen laut Strom-Report im August 2026 im bundesweiten Schnitt bei nur 24,5 Cent pro Kilowattstunde. Dies liegt deutlich unter dem Wert von 31,4 Cent, den das Vergleichsportal für Bestandskundschaft im gleichen Monat angibt.
Ein E-Auto zu Hause laden ist meist die günstigste Option und insbesondere mit eigener Solaranlage sowie Überschusseinspeisung können die Kosten noch weiter sinken. Mitunter kannst du auch mit dynamischem Strompreis günstiger laden. Insgesamt muss neben den laufenden Kosten jedoch auch einberechnet werden, dass in eine Wallbox investiert werden muss. Beim Laden zu Hause sollte man bei Wallbox, Steckdose und Ladeverlusten auf einiges achten. Die Kosten der Wallbox mit Installation beginnen bei zirka 800 Euro und gehen schnell in die Tausende. Wer bidirektional laden will, muss sogar mit einer noch teureren Anschaffung rechnen.
Weil die Varianz zu groß ist und die Ergebnisse vergleichbar bleiben sollen, beschränken wir uns im folgenden Vergleich auf die reinen Stromkosten und sehen von optionalen Variablen wie der eigenen Solaranlage sowie der Wallbox-Investition ab.
Ladetarife unterwegs: AC vs. DC im Vergleich
Ob am Supermarkt, im Parkhaus oder an der Tankstelle - die öffentliche Ladeinfrastruktur in Deutschland wird immer dichter ausgebaut. Die Ladetarife unterwegs unterscheiden sich stark nach Ladeart, Anbieter und Vertrag, aber eins ist klar: Sobald du öffentlich lädst, wird es in der Regel teurer als zu Hause.
Für das „normale“ Laden mit Wechselstrom (AC) gibt der Auto Club Europa einen Durchschnittspreis von 56,6 Cent pro Kilowattstunde an. Für das Schnellladen mit Gleichstrom (DC) liegen die Kosten durchschnittlich bei 71,7 Cent pro Kilowattstunde (Stand: 31. Juli 2026). Die Spanne ist also groß: Wer ohne Ladekarte spontan an einer vergleichsweise teuren Säule lädt, zahlt schnell das Doppelte bis Dreifache des Haushaltsstrompreises.
Durchgerechnet: Drei E-Auto-Modelle im Vergleich
Um die Kosten vom E-Auto-Laden greifbar zu machen, berechnen wir die Ladekosten vom E-Auto pro 100 Kilometer für die drei konkreten Modelle, welche laut Kraftfahrt-Bundesamt zum 1. Januar 2026 am häufigsten in Deutschland zugelassen waren.
Als Verbrauchswerte nutzen wir die Herstellerangaben der jeweiligen Basisversionen. Wie bereits erwähnt, basieren diese Werte auf Normverbrauchsangaben. Im Alltag, vor allem bei Kälte, mit hohen Geschwindigkeiten oder angeschalteter Klimaanlage, liegt der Realverbrauch meist höher. Dieser Überblick zeigt die Kosten pro 100 Kilometer, je nach Lade-Ort:
* Tesla hat ein eigenes Supercharger-Netzwerk, an dem Tesla-Modelle zu günstigeren Tarifen geladen werden können. Diese liegen bei 24 bis 46 Cent in der Nebenzeit sowie zwischen 43 und 50 Cent während der Stoßzeit (Stand: 15. August 2026). Das Netzwerk kann gegen einen Aufpreis auch von Fahrer:innen anderer Marken genutzt werden.
Verbrenner-Vergleich: Was kosten die meistgenutzten Benziner?
Zum Vergleich ziehen wir die drei laut KBA-Bestand am häufigsten zugelassenen Pkw-Modelle in Deutschland sowie den Durchschnittsverbrauch nach Herstellerangaben heran. Als Kraftstoffpreis nutzen wir den ADAC-Monatsdurchschnitt im August 2026 für Super E10 von 2,15 € pro Liter. Wichtig zu wissen: Dieser Wert lag im Sommer 2026 wegen des ungelösten Nahost-Konflikts und gestiegener Rohölpreise nahe am bisherigen Rekordhoch. Zu anderen Zeitpunkten kann der Literpreis spürbar niedriger liegen. Mit diesem Wert ergeben sich folgende Kraftstoffkosten pro 100 Kilometer.
E-Auto vs. Verbrenner: Laden und Tanken im Kostenvergleich
Stellt man die Werte nebeneinander, zeigt sich: Die teuerste Form des E-Auto-Ladens, nämlich an einer öffentlichen DC-Schnellladesäule, ist im Durchschnitt ähnlich teuer wie das Tanken beim aktuellen Spritpreis. Liegen die Strompreise über dem Durchschnitt des Rechenbeispiels, ist das Elektroauto mitunter sogar teurer. Wer häufig auf Ad-hoc-Schnellladen angewiesen ist, verliert. Weil man in diesem Tarif-Dschungel schnell verloren geht, haben wir dir zusammengefasst, wie du beim Laden unterwegs Tarife vergleichen und Zeit sparen kannst. Die Rechnung zeigt jedoch eine klare Tendenz: Wer überwiegend zu Hause lädt, fährt bei aktuellen Preisen deutlich günstiger als mit einem vergleichbaren Benziner.
Der Blick auf die Kraftstoffpreise dürfte viele Autofahrer:innen schmerzen. Mit dem Elektroauto ist man oft deutlich günstiger unterwegs, aber nicht immer.
Zusammengefasst: Wallbox, Ladesäule und Verbrenner im Vergleich
Die Kosten für das E-Auto-Laden hängen davon ab, wo du lädst. Zu Hause Laden an der Wallbox mit Haushaltsstrom ist aktuell die mit Abstand günstigste Variante, die mit eigener Solaranlage oder Neukundenrabatten sogar noch günstiger wird. Öffentliches AC-Laden liegt im Mittelfeld, während Schnellladen ohne Vertrag die teuerste Option ist und sogar über dem Preisniveau eines Benziners liegen kann. Wer viel unterwegs lädt, sollte sich daher mit den Angeboten verschiedener Anbieter auseinandersetzen. Wenn du gerade die Gesamtkosten deines Elektroautos durchgehst und dich fragst, ob es sich noch rechnet, dann prüfe jetzt kostenlos den Verkaufspreis.
Quellen
Vattenfall - Stromverbrauch beim Elektroauto
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. - BDEW-Strompreisanalyse August 2026
Strom-Report - Strompreisentwicklung
ADAC - Wallbox: Das kosten private Ladestationen plus Installation 2026 / Spritpreis-Entwicklung: Benzin- und Dieselpreise seit 1950
ACE - Ladepreise für Elektroautos
Schwäbische - Deutschlands häufigstes E-Auto: VW stößt Tesla vom Thron
Volkswagen - Technische Daten ID.3 / ID.4 / Golf / Polo
Tesla - CO2-Emissionswerte und Stromverbrauch
Opel - Technische Daten Corsa
Teslabs - Tesla Supercharger-Preise aktuell: Ladekosten im Überblick


