E-Auto kostenlos laden: Wo es das noch gibt und was der Haken ist

Kategorie: Tech
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Die Ladesäule vor dem Supermarkt steht noch. Nur auf dem Display steht heute ein Preis, wenn ich mein Auto anstöpsel. Ich erinnere mich noch daran, dass kostenloses Laden beim Einkauf vor ein paar Jahren noch weit verbreitet war. Die Zeiten scheinen vorbei zu sein.
Bei uns zu Hause ist die Sache einfacher geworden. Wir fahren als Familie zwei E-Autos und haben eine Solaranlage. Die Ladeleistung regeln wir so, dass möglichst viel eigener Solarstrom im Akku landet. Unterwegs begegnet mir dagegen eine Vielfalt aus Anbietern, Apps und Zugängen. Selbst wenn man Elektromobilität wirklich mag, kann das unnötig kompliziert sein.
Gibt es überhaupt noch kostenfreie Lademöglichkeiten
Wo sind die kostenlosen Lademöglichkeiten hin? Gibt es die überhaupt noch. Ich mache mich auf die Suche. Die Erinnerung an den kostenlosen Ladestrom vor dem Supermarkt habe ich im Hinterkopf, als ich zum ALDI fahre. Ich erinnere mich noch an die Reihe wartender Elektroautos auf dem Parkplatz. An der Ladesäule hing damals eine ältere Dame, saß in ihrem ID.3 und las ein Buch.
Supermärkte sind günstige Ladeorte, aber nicht gratis
“Nur während der Dauer des Einkaufs” stand da früher. Heute sind 3 von 4 Ladeplätzen frei. Also schaue ich mir die Konditionen an: Bei ALDI SÜD kostet die Kilowattstunde am Normallader aktuell 0,29 Euro. Am Schnelllader bis 50 kW sind es 0,44 Euro, am Ultraschnelllader ab 150 kW 0,47 Euro. Du kannst direkt mit Giro- oder Kreditkarte zahlen. Verwendest du die Ladekarte eines Drittanbieters, gelten dessen Konditionen.
Direkt nebenan ist ein Lidl, auch der hat leere Ladesäulen. Auch hier gibt es Strom nicht mehr umsonst. Lidl nennt mit Lidl Plus derzeit 0,29 Euro pro kWh an AC-Ladepunkten und 0,44 Euro pro kWh an DC-Ladepunkten. Über die Lidl-Website oder beim Roaming mit einer fremden App kann der Preis ebenso höher ausfallen.
Eigentlich ist das ganz attraktiv. 0,29 Euro sind auch nicht teurer als zuhause. Nur: mit 11 kW AC Laden komme ich bei einem maximal einstündigen Einkauf nicht weit. Dann muss es schon das teurere Schnellladen sein. Preislich ist das immer noch in Ordnung. Aber kostenlos ist es nicht. Trotzdem ist die Idee, das Auto während des Einkaufs zu laden, gut. Für die Energiewende auf unseren Straßen sind solche Angebote ein wichtiger Schritt.
Wenn du öffentliche Tarife, Ladekarten und Roaming besser auseinanderhalten möchtest, hilft dir der Aampere-Ratgeber Laden unterwegs: den Tarif-Dschungel durchschauen.
IKEA ist nicht mehr konsequent kostenlos
Fahren wir doch mal zum Ikea. Laut der deutschen Serviceseite kannst du in fast jedem Einrichtungshaus laden. Die von IKEA selbst betriebenen Ladestationen seien fast alle kostenfrei und würden mit erneuerbarem Strom versorgt.
Parallel baut IKEA aber gemeinsam mit dem Betreiber Mer neue Ladepunkte auf. Dort ist das Laden dann kostenpflichtig. Im August 2026 nennt IKEA für registrierte Mer-Kunden 0,57 Euro pro kWh am DC-Lader und 0,69 Euro pro kWh am HPC, dem High Performance Lader ab 150 kW. Für registrierte Mitglieder von IKEA Family oder dem Business Network werden nach Identifizierung in der Mer-App 0,46 beziehungsweise 0,55 Euro pro kWh genannt. Ad-hoc-Laden kostet mehr.
Das Beispiel zeigt, wie die gute Idee aus einfachem Laden auch hier unnötig kompliziert wird. Prüfe also immer den Standort vor der Anfahrt und lies den angezeigten Preis, bevor du den Ladevorgang startest.
Kostenlos laden beim Arbeitgeber: der stärkste Alltagsvorteil
Kostenlos laden beim Arbeitgeber kann der größte Hebel sein, wenn du ein Elektroauto hast. Wenn der Arbeitgeber mitspielt. Du bist ohnehin mehrere Stunden am selben Ort. Dein Auto steht vor der Tür und wird nicht genutzt, und langsames AC-Laden reicht während eines Arbeitstags meist aus.
Auch steuerlich kann das Angebot attraktiv sein. Nach § 3 Nummer 46 Einkommensteuergesetz kann zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährter Ladestrom steuerfrei sein. Das gilt für das Laden an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers oder eines verbundenen Unternehmens. Nach der aktuellen Anwendungsvorschrift läuft diese Begünstigung für entsprechende Vorteile bis Ende 2030.
Einen Anspruch auf Gratisstrom gibt es aber nicht. Der Arbeitgeber entscheidet, ob er Ladepunkte anbietet und welche Regeln gelten. Besprich mit deinem Arbeitgeber deshalb, ob er die Möglichkeit zu laden für seine Mitarbeiter anbietet, ob es kostenlos oder als steuerfreier Vorteil gewährt wird und wie die Abrechnung ist. Brauchst du eine RFID-Karte? Wichtig ist auch in einem Betrieb mit begrenzten Ladepunkten: Musst du nach dem Laden umparken? Hier sprichst du dich am besten mit den anderen Kolleginnen und Kollegen ab, um Streit zu vermeiden. Wenn du jeden Morgen der erste im Büro bist und jeden Tag die Ladesäule blockierst, machst du dich möglicherweise unbeliebt.
Bei Hotels und Freizeitorten gehört der Strom oft zum Aufenthalt
Hotels, Restaurants, Campingplätze, Museen oder Freizeitbäder können das Laden als Service für Gäste anbieten, teils auch kostenlos. Der Strom taucht dann möglicherweise nicht als eigene Position auf der Rechnung auf. Kostenlos ist der gesamte Besuch trotzdem nicht.
Manchmal schaltet die Rezeption die Säule frei. An anderen Orten gilt das Angebot nur während der Öffnungszeiten oder für Übernachtungsgäste. Kläre die Bedingungen vor der Buchung oder ruf kurz an. Oft ist es besser, die Bedingungen vor Ort vorab zu erfragen, als aufgrund alter Informationen auf der Website vor Ort eine Überraschung zu erleben.
Wie viel ist eine kostenlose Ladung wert?
Der Gegenwert einer kostenlosen Ladung liegt bei einem kurzen Einkauf oft nur bei wenigen Euro. Das solltest du wissen, bevor du einen Umweg planst.
Nehmen wir einen 11-kW-Ladepunkt und den aktuellen Supermarkt-Preisen von 0,29 Euro pro kWh:
- In 30 Minuten fließen theoretisch 5,5 kWh. Das entspricht 1,60 Euro.
- In 90 Minuten fließen theoretisch 16,5 kWh. Das entspricht 4,79 Euro.
- Nimmt dein Auto nur 7,4 kW AC an, sind es in 90 Minuten 11,1 kWh. Der Gegenwert liegt bei 3,22 Euro.
In der Praxis können Lastteilung, Ladeverluste, Akkustand und das AC-Limit deines Autos die Energiemenge noch weiter verringern. Für 1,60 Euro lohnt sich keine lange Zusatzfahrt. Wenn die Säule ohnehin auf deinem Weg liegt, nimmst du den Vorteil natürlich mit.
Planst du eine längere Strecke, behandle kostenloses Laden als Bonus und halte eine bezahlte Alternative bereit. Weitere praktische Schritte findest du unter Mit dem E-Auto in den Urlaub: Laden unterwegs planen.
Kostenlos E-Auto laden mit Photovoltaik: fast null auf der Stromrechnung
Mit eigenem Solarüberschuss kannst du dein E-Auto laden, ohne in diesem Moment Strom aus dem Netz zu kaufen. Genau das ist für uns mit zwei E-Autos im Alltag die angenehmste Lösung. Wir regeln die Ladeleistung passend zur verfügbaren Solarenergie, statt mit maximaler Leistung zu laden.
Damit habe ich das gute Gewissen, wenn die Sonne scheint, den Strom kostenfrei in meinem Auto zu speichern und die nächste Fahrt damit umsonst zu machen. Wirtschaftlich hat das Laden mit der Solaranlage natürlich trotzdem einen Preis. Solaranlage und Wallbox mussten bezahlt werden. Und was ist, wenn eine Wolke kommt? Oder ich gleich dringend losfahren will, aber es ist noch gar nicht richtig hell. Oft komme ich abends mit leerem Akku nach Hause und will morgens wieder los. Ganz kostenlos ist die Ladung für mein Auto nicht.
Der große Vorteil aber bleibt: Ich fahre keinen Umweg, brauche keine fremde App und kann das Auto in sonnigen Stunden stehen lassen. Wie Wallbox, Ladeverluste und PV-Integration zusammenspielen, erklärt der Ratgeber Laden zuhause.
Also: Wo kannst du dein E-Auto noch kostenlos laden? Die kurze Antwort lautet: bei einzelnen Händlern, am Arbeitsplatz, bei Hotels oder Freizeitorten und an wenigen lokalen Service-Ladepunkten. Frei zugänglicher Gratisstrom ohne jede Bedingung ist selten geworden. Und wenn du dein Elektroauto vermeintlich kostenlos laden kannst, dann zahlst du mit einem Einkauf, einem Aufenthalt, einer Registrierung, einem Zeitlimit oder Parkkosten.
Kostenlose Ladestationen: Wo Gratisladen noch möglich ist
Kostenlose Ladestationen gibt es 2026 vor allem dort, wo der Ladestrom Teil eines anderen Angebots ist. Du solltest deshalb immer fragen, wer die Säule betreibt und für wen der Vorteil gilt.
„Kostenlos“ beschreibt dabei oft nur den Ladestrom. Die Übernachtung, der Eintritt oder das Parkhaus können trotzdem Geld kosten. Auch eine kostenlose Kilowattstunde hilft wenig, wenn du dafür einen großen Umweg fährst.
Die sieben Haken hinter dem Nulltarif
Eine kostenlose Kilowattstunde kann durch eine andere Gebühr oder Bedingung ihren Reiz verlieren. Prüfe vor dem Start diese sieben Punkte:
1. Kundenbindung: Gilt das Angebot nur mit App, Kundenkarte, Einkauf, Übernachtung oder Mitgliedschaft?
2. Zeitlimit: Darfst du 30 Minuten, zwei Stunden oder bis zum Ladeende stehen?
3. Parkkosten: Ist der Ladestrom gratis, das Parkhaus aber kostenpflichtig?
4. Ladeleistung: Was liefert die Säule, und wie viel davon kann dein Auto aufnehmen?
5. Blockiergebühr: Beginnt nach einer bestimmten Anschlussdauer eine zeitabhängige Gebühr?
6. Zugang: Brauchst du ein eigenes Typ-2-Kabel, eine Freischaltung oder eine RFID-Karte?
7. Aktualität: Stimmen Betreiber-App, Display, Beschilderung und Karten-Eintrag überein?
Bei EnBW mobility+ greift die Blockiergebühr zum Beispiel nach vier Stunden Anschlussdauer. Sie beträgt 10 Cent pro Minute und ist auf 12 Euro pro Ladevorgang begrenzt. Andere Anbieter und Tarife haben andere Regeln. Ein kostenloser Strompreis schützt dich daher nicht automatisch vor Zusatzkosten.
Vergleich macht reich
E-Auto Besitzer sind es ein Stück weit ja gewohnt. Wir vergleichen unterschiedliche Routen nach Effizienz, die Tarife der Anbieter von Ladekarten, Leistungen der Lader auf der Fahrstrecke und wo wir vielleicht mit etwas Glück auch mal kostenlos laden können. Auch wenn wir dafür dann zwei Stunden durch den Ikea schlendern müssen. Das Angebot ist sehr breit und unterschiedlich. Wenn man sparen will als elektrischer Fahrer, kommt man um’s Vergleichen nicht herum.
Auch die Ladesäulenkarte der Bundesnetzagentur beantwortet die Preisfrage nicht. Sie zeigt öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur. Die Behörde weist aber selbst darauf hin, dass die Ladesäulenverordnung keine lückenlose Erfassung ermöglicht.
GoingElectric listet viele von der Community als kostenlos markierte Ladepunkte. Solche Verzeichnisse helfen beim Finden. Sie können bei Preis, Betreiber und Zugang hinter dem Stand vor Ort zurückliegen.
Ein Elektroauto kostenlos zu laden ist 2026 ein Bonus. Ohne die eigene Solaranlage zu Hause wird es schwer, die Grundlage für deinen gesamten Ladealltag kostenlos abdecken zu wollen. Nimm verifizierte Angebote ohne Umweg mit und wähle sonst einen transparenten Tarif. So sparst du tatsächlich Geld, statt nur Strom geschenkt zu bekommen.
Ladekosten im Blick? Prüfe kostenlos, was dein E-Auto aktuell wert ist.
Quellen und weiterführende Links:
- ALDI SÜD: E-Auto laden – so funktioniert’s
- Bundesnetzagentur: Ladesäulenkarte
- EnBW: Alles zur Blockiergebühr
- Gesetze im Internet: § 3 Einkommensteuergesetz
- Gesetze im Internet: § 52 Einkommensteuergesetz
- GoingElectric: Kostenlose Ladesäulen
- IKEA Deutschland: Kann ich mein Elektroauto bei IKEA laden?
- IKEA Deutschland: Ladestationen, Mer-Standorte und Preise
- Lidl Kundenservice: Was kostet der Ladevorgang?


