E-Auto in Zahlung geben oder verkaufen?

Du willst dein Elektroauto loswerden und überlegst, wie du dabei am meisten herausholst? Vielleicht träumst du schon vom nächsten Modell und willst möglichst wenig zusätzlich investieren? Dann stehst du womöglich vor einer Entscheidung, die viele unterschätzen: das Auto in Zahlung geben oder verkaufen. Beides klingt unkompliziert, doch die finanziellen Unterschiede können erheblich sein.
In diesem Artikel schauen wir uns die Vor- und Nachteile beider Wege an und geben dir eine ehrliche Beispielrechnung, damit du eine fundierte Entscheidung treffen kannst. Zudem zeigen wir dir, welche Zwischenlösung wir anbieten. Sie kombiniert die Vorteile der Inzahlungnahme mit einem Verkaufswert deines E-Autos möglichst nah am Marktwert.
Was bedeutet Inzahlungnahme beim Auto?
Bei der Inzahlungnahme vom Auto gibst du dein altes Fahrzeug im Zusammenhang mit dem Kauf eines neuen Wagens direkt beim Händler ab. Der Händler bewertet dein Fahrzeug und zieht diesen geschätzten Wert vom Kaufpreis des neuen Autos ab. Bei der Inzahlungnahme bist du also an den Kauf eines neuen Autos gebunden, andernfalls handelt es sich um einen Ankauf.
Dabei sparst du vor allem eins: Zeit. Du musst keine Inserate schreiben, keine Besichtigungstermine ausmachen und keine Verhandlungen mit Privatpersonen führen. Auch die Abwicklung bleibt dir erspart, denn um Abmeldung, Übergabe und Papierkram kümmert sich der Händler. Der Verkaufswert wird sofort verrechnet und du musst nicht auf die Zahlung warten. Manche Hersteller gewähren außerdem Inzahlungnahmeprämien, wenn du direkt einen Neuwagen kaufst. Davon abgesehen hast du kein Gewährleistungsrisiko, denn wer privat verkauft, haftet unter Umständen für versteckte Mängel.
Klingt praktisch und das ist es auch. Aber Bequemlichkeit hat ihren Preis und das ist der wohl größte Haken, denn Händler müssen an deinem Fahrzeug noch verdienen. Das bedeutet, sie bieten dir in der Regel deutlich weniger als den tatsächlichen Marktwert. Die Differenz zwischen dem Inzahlungnahme-Preis und dem erzielbaren Privatverkaufspreis beträgt in der Regel 10 bis 30 Prozent. Je nach Marktwert deines gebrauchten Elektroautos können dir also einige Tausend Euro verloren gehen. Dazu kommt, dass Händler den Restwert vor allem bei Elektroautos oft sehr konservativ ansetzen. Wenn du dich jetzt fragst, wie sich der Restwert deines Elektroautos zusammensetzt, dann kann du hier mehr zum Wertverlust von Elektroautos lesen.
Elektroauto privat verkaufen: Lohnt sich der Mehraufwand?
Wenn du dein Auto hingegen privat verkaufst, hast du keine Provisionskosten. Der Verkaufspreis, der direkt in deiner Tasche landet, kommt näher an den Marktwert deines Autos heran und du hast beim Verkauf die direkte Kontrolle über Preis, Zeitpunkt und Käufer:in. Außerdem bist du nicht direkt an den Kauf eines neuen Fahrzeugs gebunden.
Was Elektroautos angeht, sind nach unserer Erfahrung bei Aampere vor allem bekannte Modelle beliebt. Der Privatverkauf ist daher oft gut möglich. Zudem, da E-Autos deutlich weniger Verschleißteile haben, ist die Wartungshistorie für viele Käufer:innen weniger entscheidend. Scheckheftpflege, wie bei Verbrennern, ist oft weniger wichtig und vereinfacht den Privatverkauf.
Stattdessen kommt ein deutlich größerer Zeit- und Arbeitsaufwand auf dich zu. Du musst dein altes Auto fotografieren und inserieren, Anfragen beantworten und Probefahrten koordinieren. Der Verhandlungsdruck ist auch nicht zu unterschätzen, denn nicht selten wird beim Autokauf ordentlich gefeilscht. Was den Kaufvertrag angeht, solltest du sorgfältig formulieren, da sonst unter Umständen das rechtliche Risiko der Gewährleistung entsteht, und bis du dein Geld final in den Händen hältst, hast du das Restrisiko der Zahlung. Wenn du dich für diesen Weg entscheidest, musst du dein Auto abmelden. Hier kannst du nachlesen, wie die Abmeldung deines Elektroautos online funktioniert.
Für den Privatverkauf eines Elektroautos, im Vergleich zum Verbrenner, gibt es einige spezifische Bedingungen, die du beachten solltest. Der State of Health (SoH) der Batterie ist das zentrale Thema bei gebrauchten E-Autos, da es sich um den größten, potenziellen Kostenfaktor handelt. Beim Privatverkauf werden Käufer:innen diesen Wert hinterfragen. In bestimmten Elektroauto-Segmenten gab es außerdem hohe Wertverluste. Manche E-Auto-Modelle haben in den letzten Jahren stark an Wert verloren, beispielsweise durch neue, günstigere Konkurrenzmodelle aus China. Deshalb, wie bereits erwähnt, werten Händler bei der Inzahlungnahme von Elektroautos noch stärker ab, um das Restwertrisiko abzufedern. Ein weiteres Verkaufshindernis kann die Förderhistorie sein, denn wenn dein Elektroauto beim Kauf staatlich bezuschusst wurde, gibt es unter Umständen noch eine laufende Haltefrist. Diese schränkt sowohl den Privatverkauf als auch die Inzahlungnahme zeitlich ein. In diesem Artikel kannst du nachlesen, ob dich die Haltefrist noch betrifft und wann du ohne Rückzahlung verkaufen kannst. Falls du ein geleastes E-Auto verkaufen möchtest, kommen noch weitere Einschränkungen hinzu, da das Fahrzeug rechtlich dem Leasinggeber gehört.
Beschreibung: Der Kaufvertrag ist ein wichtiger Aspekt, den man beim Privatverkauf besonders sorgfältig aufsetzen sollte. Nur so können mögliche Gewährleistungsansprüche ausgeschlossen werden.
Inzahlungnahme Auto vs. Verkauf: Alle Vor- und Nachteile im Überblick
Rechenbeispiel: Tesla in Zahlung geben vs. privat verkaufen
Was kostet die Bequemlichkeit der Inzahlungnahme wirklich? Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Du möchtest deinen Tesla Model 3 mit Baujahr 2021 und 45.000 Kilometern Laufleistung verkaufen.
Natürlich handelt es sich bei diesen Zahlen lediglich um Richtwerte, da die tatsächliche Differenz nicht nur vom Modell und Kilometerstand abhängt, sondern auch von Faktoren wie der Batterie, der Ausstattung und dem allgemeinen Zustand. Zugleich zeigt diese Rechnung, wie sehr die Inzahlungnahme zu Buche schlagen kann und verdeutlicht den Unterschied zum Privatverkauf. Wenn du in diesem Beispiel einen Händler findest, der den geringsten Abschlag von 10 Prozent veranschlagt, hast du selbst dann noch einen Mehrverdienst beim Privatverkauf, wenn du 1.500 Euro nach unten vom Marktwert abweichst. Im Extremfall von 30 Prozent bei der Inzahlungnahme würdest du bei diesem Tesla sogar 6.750 Euro verlieren. Ob das die eingesparte Zeit und Mühe wert ist, muss jede Person für sich abwägen. Wenn du speziell einen Tesla verkaufen möchtest, lohnt sich ein Blick auf alle Tesla-Verkaufswege im Vergleich.
Auto in Zahlung geben oder selbst verkaufen – wann lohnt sich was?
Je nachdem, in welcher Ausgangslage du dich befindest, können sowohl Inzahlungnahme als auch Privatverkauf sinnvoll sein. Die Inzahlungnahme lohnt sich, wenn du gleichzeitig ein neues Fahrzeug kaufst und den Prozess schlank halten willst und du wenig Zeit oder Lust auf Verhandlungen hast. Außerdem kann die Inzahlungnahme besser sein, wenn dein Auto Mängel hat, die einen Privatverkauf erschweren würden oder die Preisdifferenz zum Privatverkauf gering wäre. Dieser Fall kann beispielsweise bei sehr alten Fahrzeugen mit geringem Marktwert eintreten, bei denen der prozentuale Abschlag in absoluten Zahlen weniger ins Gewicht fällt.
Dein Auto selbst zu verkaufen lohnt sich, wenn dein Fahrzeug in gutem Zustand und marktgängig ist, wie bei populären E-Auto-Modellen mit hoher Nachfrage. Außerdem solltest du Zeit für den Prozess mitbringen und keine Scheu vor Verhandlungen haben. Der Privatverkauf ist darüber hinaus sinnvoll, wenn du keinen neuen Wagen beim Händler kaufst und somit kein Verrechnungsinteresse besteht oder du den maximalen Erlös benötigst, etwa um eine Anschlussfinanzierung zu erleichtern.
Sonderfall: Aampere als Ankaufsplattform
Neben der Inzahlungnahme und dem Privatverkauf gibt es mittlerweile die dritte Option der Online-Ankaufsdienste. Sie bieten oft eine schnelle, unverbindliche Bewertung per Online-Formular sowie weniger Aufwand als ein Privatverkauf, aber mehr Erlös als die klassische Händler-Inzahlungnahme.
Vor allem für E-Autos, deren Restwert bei der Inzahlungnahme von Händlern oft niedrig angesetzt wird, kann sich dieser Weg lohnen. Wir bei Aampere bieten dir genau diesen Service, spezialisiert auf Elektroautos und ohne Bindung an einen Neukauf. Das funktioniert ganz einfach. Unser intelligenter Algorithmus ermittelt zunächst auf Basis von Werten wie Alter und Laufleistung einen ersten Wert für dein Fahrzeug. Die Händlerauktionen finden fortlaufend statt, sodass du anschließend schnellstmöglich ein Kaufangebot bekommst, basierend auf dem höchsten Händlergebot. Um alles weitere kümmern wir uns.
Natürlich verdienen auch wir, wie ein Händler bei der Inzahlungnahme, an dem An- und Verkauf deines Elektroautos, jedoch liegt die Preisdifferenz meist deutlich unter den Inzahlungnahme-Pauschalen. Davon kannst du dich hier selbst überzeugen: Lasse dein Elektroauto bei Aampere kostenlos bewerten und vergleiche es mit dem Angebot der Inzahlungnahme.
Beschreibung: Ein Elektroauto zu verkaufen, kann viel Stress bedeuten. Da Inzahlungnahmen jedoch mit hohen Abschlägen einhergehen, bietet Aampere eine ganz eigene Lösung.
Zusammengefasst: Auto Inzahlungnahme oder privat verkaufen?
Es gibt keine universell richtige Antwort auf die Frage: Auto in Zahlung geben oder privat verkaufen? Es kommt auf deine Situation an. Wer Zeit hat und ein marktgängiges Fahrzeug besitzt, fährt mit dem Privatverkauf in der Regel finanziell besser. Wer ein neues Fahrzeug kaufen möchte und Bequemlichkeit sowie einen reibungslosen Ablauf bevorzugt, für den ist die Inzahlungnahme die stressärmere Wahl.
Unser Tipp: Hol dir vor jeder Entscheidung mindestens zwei bis drei Angebote ein – von Händlern, Online-Plattformen und ggf. aus Inseraten ähnlicher Fahrzeuge. Nur so weißt du, was dein E-Auto wirklich wert ist und wie groß der Preisnachlass bei der Inzahlungnahme tatsächlich ausfällt. Dann kannst du abwägen, was dir die Serviceleistung des Verkaufs wert ist und wer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
Quellen
Carwow - Was bedeutet Inzahlungnahme beim Auto?
HUK Autowelt - Gewährleistung beim Privatverkauf eines Autos
Autoankauf Stern - Inzahlungnahme oder Privatverkauf?
ADAC – Preise für Gebrauchtwagen


