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E-Kennzeichen: Was spricht dafür und was dagegen?

Welche Vorteile hat das E-Kennzeichen wirklich? Der Überblick, plus Bestpreis aus unserer Auktion mit 200+ Händlern, unverbindliches Angebot in 48h.
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Deutsches E-Kennzeichen für Elektroautos

Sie sind in den letzten Jahren immer häufiger auf deutschen Straßen zu sehen: E-Kennzeichen, die Elektroautos, Brennstoffzellenautos sowie einige Plug-in-Hybride klar kennzeichnen. Das „E“ als Zusatz auf dem Kfz-Nummernschild nach der Erkennungsnummer ist jedoch keinesfalls verpflichtend und du entscheidest selbst, ob du es beantragst oder nicht. Wer sich dagegen entscheidet, bekommt ein normales Kennzeichen.

Obwohl ein E-Kennzeichen mit zahlreichen Vorteilen einhergeht, beispielsweise mit kommunalen Vergünstigungen, gibt es auch gute Gründe, sich dagegen zu entscheiden. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Vorteile das E-Kennzeichen hat, was dagegen spricht und wie du es beantragen kannst.

 

Vorteile des E-Kennzeichens

Im Jahr 2015 wurde das E-Kennzeichen eingeführt, um Elektromobilität durch Sonderrechte attraktiver zu gestalten. Die Vorteile hängen jedoch stark davon ab, wo du unterwegs bist, denn viele Regelungen legen Städte und Gemeinden selbst fest.

Wobei grundsätzlich Obacht geboten ist, ist die Beschilderung an Ladesäulen. Ist der Parkplatz mit dem Zusatzzeichen gekennzeichnet, das auf dem Piktogramm ein Auto mit Stecker zeigt, dürfen dort nur Fahrzeuge mit E-Kennzeichen parken. Ein Zusatzschild mit dem Wortlaut Elektrofahrzeuge erlaubt dagegen das Parken auch für ein E-Auto ohne E-Kennzeichen. Wer sich unberechtigt auf einem entsprechend ausgewiesenen Parkplatz aufhält, riskiert ein Bußgeld.

Zu den häufigsten kommunalen Privilegien gehören für das E-Kennzeichen außerdem kostenloses oder vergünstigtes Parken sowie die erlaubte Nutzung von Busspuren. Wie groß die Unterschiede zwischen einzelnen Städten und Regionen sind, zeigen diese drei Beispiele:

  1. Bayern: Seit April 2025 dürfen Fahrzeuge mit E-Kennzeichen in ganz Bayern bis zu drei Stunden lang kostenlos auf öffentlichen, eigentlich gebührenpflichtigen Parkflächen stehen. Die Maximaldauer von drei Stunden gilt nur, wenn die Höchstparkdauer des Parkplatzes nicht darunter liegt. Bei über drei Stunden muss die zusätzliche Parkdauer regulär bezahlt werden. Voraussetzung ist eine sichtbar ausgelegte Parkscheibe oder ein anderer Nachweis über die Parkdauer. An Automaten oder in Park-Apps ist beispielsweise das Ziehen eines kostenlosen Parkscheins möglich. Für alle, die regelmäßig in der Innenstadt zu tun haben, ist das ein spürbarer finanzieller Vorteil.
  2. Hamburg: Hier dürfen Fahrzeuge mit E-Kennzeichen bereits seit 2015 auf allen Parkflächen mit Parkscheinautomaten bis zur jeweils geltenden Höchstparkdauer kostenlos parken, ebenfalls mit Parkscheibe. Auch auf gebührenpflichtigen Park-and-Ride-Flächen (P+R) gilt die Gebührenbefreiung, dort sogar für bis zu 24 Stunden.Seit Juli 2026 läuft zusätzlich ein Pilotprojekt zur Digitalisierung des Parkraummanagements in zwei Gebieten, bei dem die Parkscheibe nicht mehr ausreicht, sondern das Kennzeichen digital über die App oder am Automaten hinterlegt werden muss. Dies gilt jedoch nicht an Ladesäulen. Dort reicht weiterhin die Parkscheibe.
  3. Stuttgart: Als Gegenbeispiel lohnt sich ein Blick auf Stuttgart, denn dort wurde das kostenlose Parken für Fahrzeuge mit E-Kennzeichen wieder abgeschafft. Wer hier unterwegs ist, zahlt inzwischen ganz normale Parkgebühren, unabhängig vom Antrieb. Lediglich das Parken an Ladesäulen ist kostenlos zulässig, wenn tatsächlich geladen wird. Aber auch dabei gibt es Ausnahmen, denn manche Ladesäulen dürfen nur noch gegen Ladegebühr genutzt werden, während die Energieversorger mitunter Blockiergebühren erheben.
  4. Köln: In Köln entfallen Parkgebühren an öffentlichen Ladesäulen im Straßenraum aktuell komplett, solange tatsächlich geladen wird, und zwar sogar für Fahrzeuge ohne E-Kennzeichen. Der Stadtrat hat aber bereits eine Anschlussregelung beschlossen: Sobald die technische Umsetzung steht, ist nur noch die erste Stunde kostenlos, danach gelten reguläre Parkgebühren. Wer eine Ladesäule der Stadtwerke Köln länger blockiert, zahlt zusätzlich eine Blockiergebühr, tagsüber zwischen 7 und 19 Uhr nach vier Stunden Standzeit. Laut Stadt Köln gilt die aktuell kostenlose Regelung ausdrücklich nur übergangsweise.

 

Kommunale Vorteile machen das E-Kennzeichen besonders in Innenstädten mit knappem und teurem Parkraum attraktiv. Wie diese Beispiele aber auch zeigen, sind die Vorteile des E-Kennzeichens keine Selbstverständlichkeit und können sich mit der Zeit wieder ändern. Ein einheitliches, bundesweites Regelwerk gibt es nicht und was in einer Stadt gilt, kann in der nächsten schon wieder anders aussehen.

Es lohnt sich also, vor einer Fahrt in eine neue Stadt kurz bei der jeweiligen Stadtverwaltung oder auf deren Website nachzuschauen, welche Regeln aktuell gelten. Für die oben genannten Beispiele Bayern, Hamburg, Stuttgart und Köln sind Informationen online schnell und übersichtlich zu finden. In vielen Fällen sind die geltenden Regeln auch vor Ort auf den Parkscheinautomaten vermerkt.

Viele dieser kommunalen Sonderregelungen basieren zudem auf einer bundesgesetzlichen Grundlage, die Ende 2026 ausläuft. Auch das kostenlose Parken in Bayern und Hamburg würde damit vorerst zum Ende des Jahres enden. Derzeit ist im Gespräch, ob das Gesetz bis 2035 verlängert wird. Dazu wurde ein Referentenentwurf des Bundesverkehrsministeriums vorgelegt (Stand: Juli 2026).

 

Verzicht auf E-Kennzeichen: Welche Vorteile das haben kann

Wer ein Elektroauto ohne E-Kennzeichen fährt, verstößt nicht gegen die Vorschrift, da es keine E-Kennzeichen-Pflicht gibt. Oft können jedoch die lokalen Vergünstigungen nicht in Anspruch genommen werden. Für Menschen, die selten in der Stadt unterwegs sind oder deren Wohnort keine besonderen Regelungen anbietet, kann es sinnvoll sein, auf das E-Kennzeichen zu verzichten. Dies trifft auch auf Personen zu, die sich häufig im Ausland aufhalten. Außerdem sind mit dem „E“-Zusatz bestimmte, längere Wunschkennzeichen nicht möglich, da die maximale Länge auf acht Zeichen beschränkt ist.

Das E-Kennzeichen ist auffällig und macht ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb direkt als solches erkennbar. Vielleicht möchtest du das nicht? Je nachdem, wo man lebt oder parkt, kann die Sorge vor Vandalismus beispielsweise ein Grund dafür sein, kein E-Kennzeichen ausstellen zu lassen. Bei einigen Marken wie beispielsweise Tesla, die nur Elektroautos anbieten, ist dieses Argument zwar tendenziell eher schwach, jedoch kann es bei anderen Marken eine Überlegung wert sein.

Wenn du keine Vorteile vom E-Kennzeichen erwartest, weil du beispielsweise ausschließlich privat lädst und keine öffentlichen Ladesäulen nutzt oder keine kommunalen Vergünstigungen in Anspruch nehmen kannst, sparst du dir durch den Verzicht auf das E-Kennzeichen den zusätzlichen Eignungsnachweis bei der Zulassung.

Eine Auswirkung auf die steuerlichen Vorteile für Elektroautos hat das E-Kennzeichen übrigens nicht. Reine Elektroautos, die bis Ende 2030 erstmals zugelassen werden, sind bis zu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit – spätestens jedoch bis Ende 2035. Das gilt unabhängig davon, welches Kennzeichen ausgestellt wird. Für Plug-in-Hybride, die unter Umständen ein E-Kennzeichen bekommen, gibt es keine Kfz-Steuerbefreiung. (Stand: Juli 2026)

 

Deutsche Kfz-Kennzeichen und Zulassungsbescheinigungen

 

Beschreibung: Um ein E-Kennzeichen zu beantragen, durchläufst du im Wesentlichen den regulären Zulassungs- und Ummeldungsprozess mit deinen Fahrzeugdokumenten.

 

E-Kennzeichen beantragen: So geht's

Das E-Kennzeichen beantragst du wie folgt:

  1. Voraussetzungen prüfen: Stelle sicher, dass dein Fahrzeug die Kriterien für ein E-Kennzeichen erfüllt. Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb, mit Brennstoffzelle oder als Plug-in-Hybrid sind zulässig. Letztere müssen eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm pro Kilometer haben oder eine rein elektrische Reichweite von mindestens 40 Kilometern erreichen. Dies ist im deutschen Elektromobilitätsgesetz (EmoG) geregelt (Stand: Juli 2026).
  2. Unterlagen zusammenstellen: Benötigt werden der Fahrzeugschein, die Zulassungsbescheinigung Teil II, der Personalausweis und ein Hauptuntersuchungs- sowie ein Versicherungsnachweis (eVB-Nummer). Zusätzlich musst du nachweisen können, dass dein Fahrzeug die EmoG-Bedingungen erfüllt, insbesondere bei Plug-in-Hybriden.
  3. Zulassungsstelle oder Online-Anmeldung: Die An- oder Ummeldung eines Fahrzeugs kann bei einer lokalen Zulassungsstelle oder online vorgenommen werden – auch mit E-Kennzeichen.
  4. Wunschkennzeichen: Beachte bei der Wahl deines Wunschkennzeichens, dass das Nummernschild auf maximal acht Zeichen limitiert ist, wobei der Buchstabe „E“ als ein Zeichen zählt. Nach der Zulassung werden die Schilder mit dem „E“ beim Schilderpräger angefertigt.
  5. Umweltplakette: Bei der Zulassung musst du dir eine Umweltplakette ausstellen lassen, die trotz E-Kennzeichen in die Windschutzscheibe geklebt wird. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass du in Umweltzonen einfahren darfst – zumindest noch. Im Juli 2026 wurde bekannt, dass die Plakettenpflicht mit E-Kennzeichen zeitnah entfallen soll.

 

Insgesamt kostet das E-Kennzeichen nicht mehr als ein normales Kennzeichen. Wie auch beim regulären Kfz-Nummernschild ist das E-Kennzeichen zeitlich nicht befristet. Um Geld zu sparen, kann das E-Kennzeichen übrigens dabei auch mit dem Saisonkennzeichen kombiniert werden, wenn du das Fahrzeug nur einen Teil des Jahres nutzt. Das wäre beispielsweise sinnvoll für Elektro-Camper oder Elektro-Motorräder, die oft nur vom Frühjahr bis Herbst im Gebrauch sind.

Außerdem ist eine Kombination von E-Kennzeichen und Wechselkennzeichen möglich. Dabei teilen sich zwei Fahrzeuge der gleichen Art ein Kennzeichen. Es ist sogar möglich, ein Elektroauto und einen Verbrenner mit Wechselkennzeichen anzumelden, da die Nummernschilder aus zwei Teilen bestehen. Das zusätzliche „E“ ist als fester Teil am Fahrzeug, aber unabhängig von der Kennnummer, welche gewechselt werden kann.

 

Gebrauchtwagen mit E-Kennzeichen kaufen oder verkaufen

Beim Verkauf eines Gebrauchtwagens mit E-Kennzeichen kann dieses, wie auch ein reguläres Kennzeichen, unter bestimmten Umständen von vorherigen Halter:innen übernommen werden. Wird stattdessen im Anschluss an den Kauf ein neues Kennzeichen beantragt, wird die Entscheidung für oder gegen ein E-Kennzeichen erneut getroffen. Was bei der Zulassung ansteht, wenn du ein gebrauchtes E-Auto kaufst, kannst du hier nachlesen.

Wenn du dein Elektroauto verkaufen möchtest, solltest du eine mögliche Kennzeichenübernahme beim Verkauf bereits thematisieren, denn diese ist nur möglich, wenn das Fahrzeug nicht zwischenzeitlich abgemeldet, sondern direkt umgemeldet wird. Außerdem müssen neue Halter:innen im gleichen Zulassungsbezirk gemeldet sein. Sollte die Kennzeichenübernahme entfallen, kannst du dein Elektroauto ganz einfach digital abmelden. Wenn der Verkauf deines Elektroautos ansteht, kommst du außerdem hier in 48h zum Bestpreis aus unserer Auktion.

 

Zusammengefasst: Was das E-Kennzeichen bringt, wo es gilt und wann du darauf verzichten kannst

Das E-Kennzeichen ist kein Muss, kann sich aber je nach Wohn- oder Arbeitsort finanziell und praktisch lohnen. Wer viel in Städten mit großzügigen Regelungen wie München oder Hamburg unterwegs ist, profitiert direkt beim Parken. In Städten wie Stuttgart, wo die Vergünstigungen bereits gestrichen wurden, bringt das „E“ auf dem Schild dagegen kaum noch etwas. Am Ende lohnt sich ein kurzer Blick auf die lokalen Regeln, bevor du dich für oder gegen die Beantragung entscheidest. Und wenn dich generell interessiert, wie nachhaltig ein E-Auto wirklich ist: Das hängt von mehr als nur dem Kennzeichen ab.

Quellen

Allianz - E-Kennzeichen für Elektroautos

ADAC - Das Nummernschild für Elektroautos / Parken an E-Ladesäulen mit und ohne Ladevorgang / Kfz-Steuer: Das gilt 2026 und darüber hinaus für E-Autos

Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration - FAQs zum kostenfreien Parken für Elektrofahrzeuge

Bayerische Rundfunk - Kostenlos parken für E-Fahrzeuge in Bayern

Stadt Hamburg - Emissionsfrei (unterwegs) in Hamburg

Stuttgarter Zeitung - Lohnt sich ein E-Nummernschild in Stuttgart?

Stadt Köln - Häufig gestellte Fragen zum Ausbau der E-Ladeinfrastruktur

Verband kommunaler Unternehmen - Bundesregierung verlängert und erweitert Elektromobilitätsgesetz

Bundesministerium für Verkehr - Internetbasierte Fahrzeugzulassung

Electrive - E-Autos brauchen bald keine Umweltplakette mehr

FAQ zu diesem Thema

Gibt es eine E-Kennzeichen-Pflicht?
Nein, eine E-Kennzeichen-Pflicht gibt es nicht. Es ist freiwillig und wird auf Basis des Elektromobilitätsgesetzes (EmoG) vergeben. Wer sich dagegen entscheidet, bekommt ein reguläres Kennzeichen.
Was passiert, wenn ich ein E-Auto ohne E-Kennzeichen fahre?
Da keine E-Kennzeichen-Pflicht besteht, kannst du ein E-Auto ohne E-Kennzeichen fahren. Dabei verzichtest du jedoch potenziell auf Vorteile und Vergünstigungen.
Welche Vorteile bietet das E-Kennzeichen konkret?
Zu den Vorteilen des E-Kennzeichens zählen je nach Stadt beispielsweise kostenloses bzw. vergünstigtes Parken oder die Nutzung von Busspuren. Diese Privilegien sind jedoch nicht bundesweit einheitlich und variieren kommunal stark.
Wie kann ich ein E-Kennzeichen beantragen?
Ein E-Kennzeichen wird wie ein reguläres Kennzeichen bei der zuständigen Zulassungsstelle oder online beantragt. Zusätzlich muss der Nachweis erbracht werden, dass die EmoG-Voraussetzungen erfüllt werden.
Wann lohnt sich der Verzicht auf ein E-Kennzeichen?
Ein Verzicht kann sinnvoll sein, wenn du die kommunalen Vorteile nicht oder selten in Anspruch nimmst, dein Elektroauto nicht an öffentlichen Ladesäulen lädst oder nicht möchtest, dass dein Auto durch das E-Kennzeichen direkt erkennbar ist.
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