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Hannes Dollinger
Hannes Dollinger
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2026
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Mintgrüner Škoda Enyaq von hinten auf einem Rollenprüfstand in einer hellen Prüfhalle; links steht ein Prüfer mit Klemmbrett. KI-generiert.

Ist der TÜV bei einem Elektroauto eigentlich leichter? Immerhin fällt die Abgasuntersuchung weg, und der Elektromotor hat weniger bewegliche Teile als ein Verbrennungsmotor. Kurz gesagt: Auch ein E-Auto muss erstmals nach 36 Monaten und danach alle 24 Monate zur HU. Sie kostet bei TÜV NORD in unseren Beispielen 105,90 bis 110,90 Euro (Stand 2026), und geprüft wird die Verkehrssicherheit, nicht die Akkukapazität.

Was wir im Alltag „TÜV“ nennen, heißt offiziell Hauptuntersuchung, kurz HU. Sie soll klären, ob dein Auto verkehrssicher und vorschriftsmäßig ist. Auch ein reines Elektroauto muss regelmäßig zur HU. Günstiger als bei einem Verbrenner wird es trotzdem, denn die fehlende Abgasuntersuchung spart dir einen Prüfschritt und dessen Kosten. Dass der TÜV die Plakette deswegen leichter vergibt, stimmt aber nicht: Bremsen, Fahrwerk und Beleuchtung müssen genauso in Ordnung sein. Dazu kommt eine Prüfung der elektrischen Antriebskomponenten.

 

Was die HU kostet

Für ein reines Elektroauto kostet die HU bei TÜV NORD laut Preisliste ab Januar 2026 in Nordrhein-Westfalen beispielsweise 110,90 Euro. In Berlin sind es beim selben Anbieter laut Preisliste ab Februar 2026 105,90 Euro. Eine deutschlandweit einheitliche Gebühr gibt es nicht, die Preise unterscheiden sich je nach Anbieter und Region. Die Preise gelten für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen und enthalten die Umsatzsteuer. Die HU selbst kostet damit genauso viel wie bei einem Verbrenner, günstiger wird es nur, weil die AU entfällt.

Die Abgasuntersuchung, kurz AU, brauchst du bei einem reinen Elektroauto nicht, du musst sie also nicht mitbuchen. Ein Plug-in-Hybrid hat dagegen einen Verbrennungsmotor und benötigt grundsätzlich auch eine AU.

In den herausgesuchten Beispielen kostet die HU mit Abgasmessung in Nordrhein-Westfalen 59 Euro mehr, in Berlin 60 Euro mehr. Reparaturen oder eine spätere Nachprüfung kommen gegebenenfalls hinzu.

 

Orangefarbener BMW i3 in einer hellen Werkstatthalle; daneben bedient eine Person in dunkelblauer Arbeitskleidung ein Tablet. KI-generiert.

 

Wann dein E-Auto dran ist

Nach der StVZO (Stand Oktober 2026) gilt für einen gewöhnlichen privat genutzten Pkw, egal ob Elektroauto oder Verbrenner: Die erste HU steht nach 36 Monaten an, danach alle 24 Monate. Fahrzeuge mit besonderer Nutzung wie Taxis müssen alle 12 Monate zur HU.

Am besten schaust du hinten auf dein Nummernschild: Den fälligen nächsten Termin für die Hauptuntersuchung findest du auf der runden Prüfplakette am hinteren Kennzeichen. Dort ist es angebracht, damit auch Verkehrskontrollen schnell sehen, ob die HU noch gültig ist. Die Zahl in der Mitte zeigt das Jahr, die Zahl ganz oben den Monat. Plane deinen Termin innerhalb dieses Monats.

Ist die HU-Frist abgelaufen, musst du die Untersuchung nachholen. Je nach Dauer der Überschreitung kann ein Verwarnungs- oder Bußgeld fällig werden, bei langer Überziehung auch ein Punkt. Wer den HU-Termin um mehr als zwei Monate überzieht, muss zur erweiterten Untersuchung. Weil das Fahrzeug länger als vorgesehen ohne HU unterwegs war, werden mögliche Verschleißerscheinungen und Schäden genauer geprüft. Dafür ergänzt der Prüfer die reguläre HU um zusätzliche Zustands- und Funktionsprüfungen, etwa an Bremsen und Lenkung. Die HU-Gebühr steigt dadurch um 20 Prozent, in unserem NRW-Beispiel also um rund 22 Euro. Buche deinen Termin deswegen einige Wochen vor Ablauf, damit auch für mögliche Reparaturen Zeit bleibt.

Wenn du ein gebrauchtes Elektroauto kaufst, schau auf die Plakette und in die Fahrzeugunterlagen, wann genau dieses Auto wieder zur HU muss. Bei wenigen Monaten Restzeit kannst du den Verkäufer bitten, die HU vorher neu zu machen. Das belegt, dass das Auto die Sicherheitsprüfung bestanden hat. Ein Auto ohne „TÜV“ solltest du nur kaufen, wenn du genau weißt, worauf du dich einlässt.

 

Was bei der HU geprüft wird

Die HU führen zugelassene Sachverständige oder Prüfingenieure durch, beispielsweise von Prüforganisationen wie TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS. Der Prüfer kontrolliert die sicherheitsrelevanten Teile deines Autos durch Sicht-, Funktions- und Wirkprüfungen. Dazu gehören:

  • Bremsen und Lenkung: Geprüft wird unter anderem, ob die Bremsen ausreichend und gleichmäßig wirken und die Lenkung ordnungsgemäß funktioniert.
  • Reifen, Achsen und Aufhängungen: Profil und Schäden an den Reifen werden untersucht und der Zustand der Fahrwerksbauteile inspiziert.
  • Beleuchtung und Sicht: Scheinwerfer, Blinker, Bremslicht sowie Scheiben und Scheibenwischer müssen ihre Aufgabe erfüllen.
  • Karosserie und weitere Sicherheitseinrichtungen: Auch Schäden an tragenden Teilen oder defekte Sicherheitsgurte können bemängelt werden.
  • Elektroantrieb: Der Prüfer untersucht zugängliche Hochvoltkomponenten, Gehäuse und Leitungen sowie die vorgesehenen Sicherheitsfunktionen.

 

Nahaufnahme des eingeschlagenen Vorderrads eines orangefarbenen BMW i3; eine Hand hält ein Profilmessgerät an die Reifenschulter. KI-generiert.

 

Hochvolt-Komponenten sind die Teile des elektrischen Antriebs, die mit hoher Spannung arbeiten. Dabei geht es beispielsweise um den sichtbaren Zustand von Kabeln und Steckverbindungen.

Bei den Bremsen hat das E-Auto eine Besonderheit: Durch Rekuperation verzögert es über den Elektroantrieb und gewinnt dabei Energie zurück. Die mechanischen Bremsen arbeiten deshalb im Alltag oft seltener. Auch diese Bremsen müssen bei der HU zuverlässig funktionieren.

Welche Wartung dein E-Auto braucht und welche Verschleißteile du im Blick behalten solltest, erklärt unser Ratgeber Wartung und Verschleiß beim E-Auto.

 

Was die HU über den Akku sagt

Nach einer bestandenen HU weißt du, dass dein Auto die Anforderungen dieser Sicherheitsprüfung erfüllt. Wie viel nutzbare Kapazität die Batterie noch hat, bescheinigt die Prüfung allerdings nicht. Gerade beim Gebrauchtwagenkauf ist das eine wichtige Information.

Darüber gibt ein gesonderter Batterienachweis Auskunft. Häufig enthält er den SoH, den „State of Health“, also einen Wert zum Gesundheits- beziehungsweise Kapazitätszustand der Batterie.

DEKRA und andere Prüforganisationen bieten solche Batterietests als separate Leistung an. Zur regulären Hauptuntersuchung gehören sie nicht. Wenn du ein gebrauchtes Elektroauto kaufen möchtest, kann sich ein Termin bei einer Prüforganisation deshalb auch mit gültiger HU-Plakette lohnen.

Mehr dazu findest du unter SoH verstehen: der Akkuzustand als Preisfaktor.

 

Mängelquoten im TÜV-Report 2026: Tesla im Vergleich

Dass ein Elektroauto bei der HU keineswegs automatisch gut abschneidet, zeigt der TÜV-Report 2026. Schauen wir hier besonders auf Tesla. Bei den zwei bis drei Jahre alten Fahrzeugen wiesen 17,3 Prozent der Tesla Model Y erhebliche einschließlich gefährlicher Mängel auf. Beim Model 3 waren es 13,1 Prozent. Das Model Y landete damit auf dem letzten Platz von 110 Fahrzeugen dieser Altersklasse. Ausgewertet wurden Untersuchungen von Juli 2024 bis Juni 2025.

Vor allem Achsaufhängungen, Bremsscheiben und Beleuchtung nennt der TÜV-Report beim Model Y als Schwachstellen. Wenn du einen Gebrauchten besichtigst, sind das konkrete Bereiche für eine fachkundige Zustandsprüfung.

Andere Elektroautos schnitten deutlich besser ab: Der Mini Cooper SE kam in derselben Altersgruppe auf 3,5 Prozent, der Fiat 500e auf 4,2 Prozent. Dazu kommt, dass die beiden Teslas viel unterwegs waren: Sie kamen bei der ersten HU auf rund 55.000 bis 56.000 Kilometer.

Die Reportwerte helfen dir, bei einer Besichtigung gezielt nachzufragen. Informiere dich deswegen über die bekannten Schwachstellen deines Wunschmodells. Für einen späteren Verkauf findest du weitere Informationen auf der Themenseite Tesla verkaufen: was dein Modell bringt.

 

Graues Tesla Model Y mit eingeschalteten Scheinwerfern auf einem Rollenprüfstand; links steht ein Prüfer mit Klemmbrett. KI-generiert.

 

Gut vorbereitet zum HU-Termin

Ein kurzer Rundgang um das Auto hilft dir, offensichtliche Probleme vor dem Prüftermin zu entdecken. Kontrolliere, ob alle Leuchten funktionieren. Schau dir die Reifen auf sichtbare Schäden und ausreichendes Profil an und teste Scheibenwischer und Waschanlage. Achte außerdem auf Warnanzeigen im Cockpit.

Wenn du bekannte Mängel vorher beheben lässt, verringerst du das Risiko einer kostenpflichtigen Nachuntersuchung. Stellt der Prüfer erhebliche Mängel fest, erhält dein Auto zunächst keine neue Plakette. Nach der Reparatur musst du es innerhalb eines Monats erneut vorführen.

Eine Nachuntersuchung kostet beim TÜV NORD in Nordrhein-Westfalen zwischen 24 und 42 Euro, in Berlin zwischen 20 und 40 Euro, je nach Aufwand. Den genauen Preis für die nötige Nachprüfung nennt dir die Prüfstelle. Vorsicht! Wenn du die Monatsfrist überschreitest, ist eine neue HU fällig. Frag bei der Prüfstelle nach dem Preis.

Lege dir vor der Prüfung die Unterlagen bereit:

  • Zulassungsbescheinigung Teil I: Das ist der Fahrzeugschein, den du für die HU mitbringen solltest.
  • Vorheriger HU-Bericht: Bei einer Nachuntersuchung wird der Bericht der beanstandeten HU benötigt.
  • Nachweise zu Änderungen: Für nicht eingetragene Umbauten oder Zubehörteile können Prüfzeugnisse beziehungsweise Änderungsabnahmen erforderlich sein.

Praktisch ist es, die HU über deine Werkstatt zu organisieren, etwa zusammen mit einer ohnehin fälligen Inspektion. Die Prüfer kommen auch in Werkstätten und führen die HU dort durch. Bei der Inspektion kann die Werkstatt mögliche Mängel schon vor dem Prüftermin entdecken und dich wegen der nötigen Reparaturen anrufen. Werden sie rechtzeitig behoben, kannst du dir eine Nachuntersuchung und einen zusätzlichen Termin sparen.

Bewahre anschließend den HU-Bericht zusammen mit Reparaturbelegen auf. Damit kannst du Interessenten den Zustand deines Autos nachvollziehbar belegen. Und wenn du nach der HU verkaufen möchtest: Was dein E-Auto am Markt bringt, in 48h. Das Angebot kommt aus unserer Auktion mit über 200 Händlern.

Quellen und weiterführende Links:

FAQ zu diesem Thema

Wie viel kostet der TÜV beim E-Auto?
TÜV NORD nennt für NRW 110,90 Euro für Kfz bis 3,5 Tonnen ohne AU. In Berlin sind es 105,90 Euro (Preislisten ab Januar bzw. Februar 2026). Der Preis hängt vom Anbieter und Standort ab.
Wie oft muss ein E-Auto zur Hauptuntersuchung?
Für normale private Pkw gilt: erstmals nach 36 Monaten, danach alle 24 Monate. Der fällige Monat steht auf der Prüfplakette, Taxis müssen jährlich zur HU.
Was wird beim TÜV am Elektroauto geprüft?
Dazu gehören Bremsen, Lenkung, Reifen, Fahrwerk und Licht sowie zugängliche Hochvoltkomponenten und Sicherheitsfunktionen. Ein reines E-Auto braucht keine Abgasuntersuchung.
Wird bei der HU auch die Akkukapazität eines Elektroautos gemessen?
Nein. Die HU ist eine Sicherheitsprüfung und bescheinigt keine nutzbare Restkapazität. Dafür brauchst du einen gesonderten Batterienachweis.
Warum fällt Tesla im TÜV-Report 2026 auf?
Bei zwei bis drei Jahre alten Model Y lag die Quote erheblicher einschließlich gefährlicher Mängel bei 17,3 Prozent, beim Model 3 bei 13,1 Prozent. Das Model Y landete damit auf dem letzten Platz von 110 Fahrzeugen dieser Altersklasse.
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