Tesla Model 3 Highland vs. BYD Seal: Duell der Elektro-Mittelklasse

Wenn Du vor der Entscheidung für eine neue Elektro-Limousine in der Mittelklasse stehst, dann tauchen zwei Namen immer wieder ganz oben auf: das frisch überarbeitete Tesla Model 3, oft als "Highland" bezeichnet, und der ambitionierte Herausforderer aus China, der BYD Seal. Beide versprechen sportliche Fahrleistungen, alltagstaugliche Reichweiten und eine Fülle an Technologie. Doch welches dieser beiden Fahrzeuge passt besser zu dir und deinen Bedürfnissen? In diesem ausführlichen Vergleich nehmen wir beide Kontrahenten genau unter die Lupe - von Design und Innenraum über Leistung und Laden bis hin zu Preis und Software.
Der Platzhirsch: Tesla Model 3 "Highland" - mehr als nur ein Facelift
Das Tesla Model 3 ist schon so etwas wie der Urvater der modernen, massentauglichen Elektro-Limousine. Es wird seit 2017 produziert und hat den Markt für Elektroautos nachhaltig geprägt. Mit dem kürzlich erfolgten, umfangreichen Facelift, bekannt unter der Tesla-internen Bezeichnung "Highland", hat Tesla viele der früheren Kritikpunkte des Modells adressiert und das Erfolgsmodell in zahlreichen Bereichen verbessert. Was sich genau beim Model 3 Highland verändert hat, findest du ausführlich in unserem Artikel hier auf Aampere.

Kurz zusammengefasst: Das "Highland"-Update brachte ein geschärftes Außendesign mit neuer Front- und Heckpartie, einen deutlich aufgewerteten und leiseren Innenraum mit hochwertigeren Materialien, verbesserte Aerodynamik für mehr Effizienz und neue Features wie belüftete Sitze und ein zusätzliches Display für die Fondpassagiere. Die Bedienung erfolgt weiterhin konsequent über den zentralen Touchscreen, und nun auch ohne Lenkstockhebel für Blinker und Gangwahl.
Der Herausforderer: BYD Seal - Chinas Angriff auf die Mittelklasse
BYD steht für Build Your Dreams. Der chinesische Hersteller mit dem schönen Namen ist mittlerweile weltweit der größte Hersteller von Elektroautos und hat sogar Tesla überholt. Auch in Europa ist BYD längst kein Unbekannter mehr. Wenn Du mehr über neue Elektroautos und Marken erfahren willst, die aus China zu uns kommen, empfehlen wir Dir den passenden Artikel über chinesische Hersteller in Europa hier im Blog.
Mit dem Seal schickt BYD eine dynamisch gezeichnete Limousine ins Rennen, die es direkt mit dem Model 3 aufnehmen soll. Der Seal basiert auf BYDs e-Platform 3.0 und nutzt die innovative Blade-Batterie-Technologie, die besonders sicher und langlebig sein soll.

Optisch präsentiert sich der Seal mit seiner vom Konzern so genannten "Ocean Aesthetics"-Designsprache modern und eigenständig, mit fließenden Linien und markanten Lichtsignaturen. Im Innenraum setzt BYD auf eine Mischung aus großem, drehbarem Zentraldisplay und hochwertig anmutenden Materialien.
Design und Abmessungen
Rein äußerlich sind beide Limousinen ähnlich dimensioniert, wobei der BYD Seal in Länge, Breite und Radstand etwas größer ist. Das Tesla Model 3 wirkt nach dem Facelift schnittiger und aerodynamischer. Der Seal hingegen besticht durch eine elegante Linienführung mit sportlichen Akzenten. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich beim Kofferraumvolumen: Hier bietet das Model 3 mit seinem großen Heckabteil und dem zusätzlichen Frunk (vorderer Kofferraum) spürbar mehr Ladekapazität als der Seal.
Tesla Model 3 "Highland"
- Länge: 4,720 m
- Breite (ohne Spiegel): 1,850 m
- Höhe: 1,441 m
- Radstand: 2,875 m
- Kofferraumvolumen: 594 l (hinten) + 88 l (Frunk)
- Leergewicht (EU): ab 1.765 kg (RWD)
BYD Seal
- Länge: 4,800 m
- Breite (ohne Spiegel): 1,875 m
- Höhe: 1,460 m
- Radstand: 2,920 m
- Kofferraumvolumen: 400 l (hinten) + 53 l (Frunk)
- Leergewicht (EU): ab 2.055 kg (Design RWD)
Innenraum und Bedienung: Minimalismus vs. verspielte Eleganz
Im Innenraum gehen beide Hersteller unterschiedliche Wege. Tesla setzt beim Model 3 weiterhin auf radikalen Minimalismus. Fast alle Funktionen werden über den 15,4-Zoll-Zentraltouchscreen gesteuert. Physische Tasten gibt es kaum noch, selbst der Blinker und die Fahrstufenwahl erfolgen nun über Touch-Felder am Lenkrad bzw. auf dem Bildschirm. Die Materialien wurden im Zuge des Facelifts noch einmal aufgewertet, und Features wie die Ambientebeleuchtung, belüftete Vordersitze und ein 8-Zoll-Display für die Fondpassagiere erhöhen den Komfort.

Der BYD Seal empfängt ebenfalls mit einem hochwertigen Interieur, das mit weichen Oberflächen, schicken Ziernähten und einer guten Verarbeitung punktet. Auch hier dominiert ein 15,6 Zoll großer Touchscreen, der sich elektrisch vom Quer- ins Hochformat drehen lässt. Zusätzlich gibt es ein kleineres Fahrerdisplay. Die Bedienung mit konventionellem Gangwahlhebel und einer Reihe haptischer Tasten wird für viele Nutzer zunächst gewohnter sein als beim Tesla. Das Platzangebot ist auf allen Plätzen gut, das optionale Panoramadach sorgt für ein luftiges Raumgefühl.

Antrieb, Leistung und Fahrverhalten: Souverän bis sportlich
Beide Modelle sind in verschiedenen Leistungsstufen und mit Heck- oder Allradantrieb erhältlich.
Das Tesla Model 3 ist bekannt für seine beeindruckende Beschleunigung und sein agiles Fahrverhalten. Bereits die Basisversion mit Heckantrieb, die "Standard Range" Variante, bietet flotte Fahrleistungen und fährt von 0-100 km/h in 6,1 Sekunden. Die Allradversionen “Long Range” und insbesondere das "Performance"-Modell mit 461 kW (627 PS) legen hier nochmals deutlich nach und bieten Sportwagen-ähnliche Beschleunigungswerte in unter 4 Sekunden auf 100 km/h. Das Fahrwerk des Highland-Updates wurde komfortabler abgestimmt als beim Vorgänger, ohne die sportliche Note zu verlieren.
Der BYD Seal tritt ebenfalls mit potenten Antrieben an. Die Basisversion "Design" verfügt über einen Heckmotor mit 230 kW (313 PS). Die Allradversion "Excellence" kombiniert zwei Motoren zu einer Systemleistung von 390 kW (530 PS) und ermöglicht einen Sprint von 0 auf 100 km/h in ebenso beeindruckenden 3,8 Sekunden. Der Seal setzt auf eine fortschrittliche Cell-to-Body-Technologie, bei der die Batterie direkt in die Karosseriestruktur integriert ist, was zu einer hohen Steifigkeit und einem tiefen Schwerpunkt beiträgt. Das Fahrverhalten ist dabei komfortabel bis sportlich.
Batterie, Reichweite und Ladeleistung: Wer kommt weiter, wer lädt schneller?
Beim Thema Reichweite liegen beide Kontrahenten auf einem hohen Niveau. Das Tesla Model 3 mit Heckantrieb kommt laut WLTP auf bis zu 629 km. Der BYD Seal "Design" mit Heckantrieb und seiner großen 82,5 kWh Batterie erreicht bis zu 570 km. Das Ergebnis zeigt auch die durchaus großen Unterschiede in der Effizienz. Hier zeigt das Tesla seine Stärke: Die reichweitenstärkste Variante weist einen kombinierten WLTP-Verbrauch von lediglich 13,2 kWh auf 100 km auf. Der BYD Seal Design RWD kommt hier auf einen Wert von 16,6 kWh auf 100 km. Dieser niedrigere Verbrauch des Tesla trägt maßgeblich dazu bei, dass er trotz einer kleineren Batterie eine höhere Reichweite erzielt.
Tesla Model 3
- Akku (netto): 57,5 kWh (Basis) / 75 kWh (LR)
- Reichweite WLTP (max): bis 629 km (LR RWD mit 18" Felgen)
- DC-Ladeleistung (max): bis 170 kW (Basis) / bis 250 kW (LR)
- AC-Ladeleistung (max): 11 kW
BYD Seal
- Akku (netto): 82,5 kWh (beide Versionen)
- Reichweite WLTP (max): bis 570 km (Design RWD)
- DC-Ladeleistung (max): bis 150 kW
- AC-Ladeleistung (max): 11 kW

Deutliche Unterschiede gibt es auch bei der maximalen Ladeleistung. Hier kann das Tesla Model 3 (Long Range) mit bis zu 250 kW an entsprechenden Superchargern laden, was sehr kurze Ladestopps ermöglicht. Der BYD Seal ist mit maximal 150 kW langsamer, aber immer noch gut. Beim AC-Laden liegen beide mit 11 kW gleichauf.
Software, Assistenzsysteme und Konnektivität
Tesla ist bekannt für sein fortschrittliches und intuitives Infotainmentsystem sowie die umfangreichen Over-the-Air-Update-Möglichkeiten. Die Navigation mit Ladeplanung und Supercharger-Integration ist führend. Auch die Assistenzsysteme sind umfangreich, wobei die vollen autonomen Fahrfähigkeiten in Europa weiterhin nur eingeschränkt nutzbar sind.
BYD stattet den Seal ebenfalls mit einem umfangreichen Paket an Assistenzsystemen aus. Das Infotainmentsystem mit dem drehbaren Bildschirm ist optisch sehr ansprechend und bietet viele Funktionen, inklusive Sprachsteuerung. Die Software-Qualität und Update-Fähigkeit chinesischer Hersteller hat sich stark verbessert, erreicht aber noch nicht immer das Niveau von Tesla in Bezug auf Stabilität und intuitive Bedienung.
Preis und Ausstattung: Was bekommst du für dein Geld?
Preislich bewegen sich beide Modelle in einem ähnlichen Rahmen, wobei die genauen Kosten stark von der gewählten Variante und Ausstattung abhängen.
Das Tesla Model 3 startet in der Basisversion bei rund 43.000 Euro. Die "Long Range"-Variante beginnt bei etwa 52.000 Euro. Die Serienausstattung ist bereits recht umfangreich, aber viele erweiterte Assistenzfunktionen kosten extra.
Der BYD Seal ist preislich ähnlich attraktiv positioniert. Die Heckantriebsversion "Design" startet bei rund 45.000 Euro, die Allradversion "Excellence" bei etwa 51.000 Euro. Ein Vorteil des Seal ist die sehr umfangreiche Serienausstattung, die viele Features enthält, die bei Tesla Aufpreis kosten.

Welches Modell passt besser zu dir?
Sowohl das Tesla Model 3 als auch der BYD Seal sind exzellente Elektro-Limousinen, die in der Mittelklasse Maßstäbe setzen. Die Wahl hängt stark von deinen persönlichen Präferenzen ab.
Das Tesla Model 3 ist die richtige Wahl für dich, wenn du ...
- Wert auf maximale Reichweite und ultraschnelles Laden am Supercharger-Netzwerk legst.
- ein minimalistisches Design und eine radikal auf den Touchscreen fokussierte Bedienung bevorzugst.
- die fortschrittlichste Software und Over-the-Air-Updates schätzt.
- eine etablierte Marke mit hoher Bekanntheit suchst und das Image von Tesla magst.
Der BYD Seal könnte besser zu Dir passen, wenn du ...
- ein elegantes, eigenständiges Design und einen hochwertig gestalteten Innenraum mit mehr klassischen Bedienelementen bevorzugst.
- eine sehr umfangreiche Serienausstattung im festen Preis suchst.
- offen für einen chinesischen Hersteller bist und Wert auf ein komfortables Fahrgefühl legst.
Letztendlich empfiehlt es sich, beide Fahrzeuge Probe zu fahren und die aktuellen Angebote und Leasingkonditionen genau zu vergleichen. Beide bieten ein überzeugendes Gesamtpaket und zeigen, wie weit die Elektromobilität in der Mittelklasse bereits gekommen ist.
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