E-Auto-Leasingrückläufer: Was sie taugen und wann sich die Übernahme lohnt
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Dein Leasingvertrag läuft aus, aber du möchtest das Auto behalten? Weil es gerade in dem Preisrahmen eh nichts besseres gibt, oder weil du dich an dein Auto gewöhnt hast. Ganz einfach geht das beim Leasing in der Regel nicht. Prüfe zuerst, ob du dein Auto überhaupt übernehmen darfst. Ein Kaufrecht besteht nämlich nur, wenn der Vertrag eine Kaufoption oder eine vergleichbare Regelung enthält. Da steht oft das Wort Andienungsrecht im Vertrag. Das bedeutet allerdings etwas anderes. Es erlaubt dem Leasinggeber unter den vereinbarten Bedingungen, dir das Auto zum Kauf anzubieten. Du selbst hast aber noch kein Recht auf die Übernahme ohne das Angebot des Leasinggebers.
Viele junge gebrauchte Elektroautos kommen nach dem Leasing in den Handel. Der ADAC beschreibt, ein bedeutender Teil des Marktes bestehe aus zwei bis vier Jahre alten Leasingrückläufern mit überschaubarer Laufleistung und häufig gutem Pflegezustand. Damit sind diese Fahrzeuge ein wichtiges Element für den Gebrauchtmarkt.
Doch lohnt sich die Übernahme des eigenen Leasingautos oder der Kauf eines Leasingrückläufers? Viele E-Autos haben zuletzt stärker an Wert verloren als vergleichbare Verbrenner. Dadurch kann ein vergleichbarer Leasingrückläufer beim Händler sogar günstiger sein, als dir dein bisheriges Auto zur Übernahme angeboten wird.
In diesem Artikel vergleichen wir beide Wege und prüfen anschließend, ob es sich lohnt, ein gebrauchtes Elektroauto zu leasen anstatt zu kaufen.
Eigenes E-Auto am Vertragsende übernehmen
Ein direkt übernommenes Leasingauto ist streng genommen noch kein Rückläufer im Gebrauchtmarkt. Es wurde ja noch nicht zurückgegeben. Der Preis für dein Auto steht aber in der Regel schon bei Vertragsabschluss fest. Und der kann, je nach Marktlage attraktiv sein, oder aber schlicht zu teuer. Für deine Entscheidung solltest du also vergleichen. Auch wenn du das Auto eigentlich behalten willst.
Vertrag, Kaufoption und Andienungsrecht prüfen
Lies zuerst den Leasingvertrag. Suche nach Kaufoption, Ankaufsrecht, Andienungsrecht und den geltenden Regelungen für das Laufzeitende. Eine Kaufoption kann dir das Recht geben, das Auto zu vorher festgelegten Bedingungen zu erwerben. Beim Andienungsrecht liegt die Wahl dagegen beim Leasinggeber.
Findest du keine Kaufregelung, frage den vertraglich genannten Ansprechpartner. Das kann die Leasinggesellschaft, die finanzierende Bank oder der Händler sein. Verlasse dich dabei nicht auf eine mündliche Aussage. Lass dir besser schriftlich bestätigen, ob eine Übernahme möglich ist, bis wann du dich entscheiden musst und welcher Bruttopreis gilt.
Kaufen kannst du dein Auto zu den Bedingungen, die vertraglich vereinbart oder später verbindlich angeboten werden. Der kalkulierte Restwert im Vertrag ist aber nicht automatisch dein Übernahmepreis. Er stammt aus der ursprünglichen Leasingkalkulation und kann für die spätere Abrechnung wichtig sein.
So prüfst du, ob sich die Übernahme lohnt
Zuerst sammelst du drei konkrete Zahlen:
- den verbindlichen Bruttopreis, zu dem du dein Leasingauto übernehmen kannst;
- den aktuellen Marktwert deines Autos anhand eines Angebotrs oder eines vergleichbaren Autos;
- zusätzliche Kosten, die in deinem Fall bei der Rückgabe entstehen.
Rechne dann:
Marktwert − Übernahmepreis − Zusatzkosten = finanzieller Puffer
Bleibt ein positiver Betrag übrig, kann das für die Übernahme sprechen. Ist das Ergebnis null oder negativ, ist die Übernahme zumindest für einen direkten Weiterverkauf kein Schnäppchen. Vielleicht findest du einen vergleichbaren Leasingrückläufer beim Händler sogar günstiger als du dein eigenes Auto übernehmen könntest.
Den Marktwert ermittelst du am besten mit möglichst ähnlichen Fahrzeugen: gleiche Modellvariante und Akkugröße, ähnliches Alter, vergleichbare Laufleistung und Ausstattung. Berücksichtige außerdem Fahrzeug- und Akkuzustand. Inserate zeigen zunächst nur Wunschpreise, noch keine Verkaufspreise. Eine DAT-Bewertung liefert dir eine zusätzliche Orientierung. Noch aussagekräftiger ist ein konkretes Händlerangebot für dein Auto. Das kannst du auch bei Aampere problemlos innerhalb von 48 Stunden einholen.
Mehr über den Wiederverkaufswert deines E-Autos erfährst du in unserem Beitrag Wiederverkaufswert E-Autos.
Damit ist die Entscheidung aber noch nicht gefallen. Dein bisheriges Auto hat einen vielleicht entschidenden Vorteil: Du hast es schon! Du kennst seine Wartung, sein Ladeverhalten, mögliche Schäden und seine Eigenarten. Um böse Überraschungen und den Aufwand für die Suche nach einem neuen Auto zu vermeiden, kann sich ein moderater Aufpreis lohnen.
Auch Schäden musst du je nach Entscheidung unterschiedlich betrachten. Eine Beule kann bei der Rückgabe zu einer Nachzahlung führen. Übernimmst du das Auto und fährst es weiter, kannst du sie vielleicht einfach akzeptieren. Willst du das Auto nach der Übernahme verkaufen, gehören Reparatur oder Aufbereitung wiederum zu deinen Zusatzkosten.
Rückgabe vorbereiten
Halte dir die Rückgabe offen, bis du ein verbindliches Übernahmeangebot geprüft hast. Fotografiere Karosserie, Felgen, Scheiben, Innenraum, Kilometerstand und Ladezubehör. Sammle Schlüssel, Ladekabel, Räder, Servicebelege und Fahrzeugunterlagen. Eine gründliche oder sogar professionelle Reinigung empfiehlt sich kurz bevor du den Wagen zurückgibst. Das macht grundsätzlich einen guten Eindruck und vermeidet überzogene Reinigungskosten nach Rückgabe.
Nicht jeder kleine Chip im Lack ist schon ein Kostenpunkt. Lies den Schadenkatalog des Leasinggebers durch. Hier wird festgelegt, was zu Nachzahlungen führt. Normale Gebrauchsspuren und kleine Steinschläge sind häufig noch kein kostenpflichtiger Minderwert. Maßgeblich sind die Rückgabekriterien im Vertrag.
Prüfe das Rückgabeprotokoll vollständig, bevor du es bestätigst. Lass strittige Punkte und fehlende Einigungen vermerken.
Auch interessant: Der Beitrag Geleastes E-Auto verkaufen: Geht das überhaupt? Die 3 Wege aus dem Leasingvertrag behandelt den Verkauf schon während der laufenden Leasingzeit.
E-Auto-Leasingrückläufer kaufen
Das Merkmal Leasingrückläufer ist weder ein Qualitätssiegel noch ein Warnsignal bei einem gebrauchten Elektroauto. Meist kommt das Auto in den Handel, weil der vereinbarte Leasingzeitraum abgelaufen ist. Interessant ist deshalb vor allem die Frage, was bei der Rückgabe festgestellt wurde und was danach mit dem Auto passiert ist.
Was nach der Rückgabe passiert ist
Das Rückgabeprotokoll aus dem vorherigen Lebensabschnitt ist für dich als Käufer interessant. Es kann zeigen, welche Schäden am Ende des Leasingvertrags dokumentiert wurden. Frage den Händler, ob diese Punkte vor dem Verkauf behoben wurden. Viele Rückläufer werden vor dem Verkauf optisch aufbereitet. Dadurch können Kratzer und Gebrauchsspuren verschwinden. Die sollten dich auch nicht weiter stören. Größere Reparaturen sollten sich anhand von Rechnungen nachvollziehen lassen.
Frage auch den Verkäufer, wie das Auto zuvor genutzt wurde. Ein privat geleastes Fahrzeug hatte meist einen festen Fahrer. Bei einem Firmen- oder Poolfahrzeug können mehrere Personen am Steuer gesessen haben. Das macht das Auto nicht automatisch schlechter, erhöht aber die Bedeutung einer vollständigen Dokumentation.
Beim Check bist du auf der sicheren Seite, wenn du unsere Checkliste für gebrauchte Elektroautos verwendest.
Warum Leasingrückläufer preislich interessant sein können
Bei vielen E-Autos liegt ein großer Teil des Wertverlusts bereits in den ersten Jahren. Kommen anschließend zahlreiche Fahrzeuge derselben Modellgeneration aus dem Leasing zurück, entsteht für Käufer eine größere Auswahl. Ein beliebter Rückläufer kann deshalb bei viel Angebot günstig und in der gewünchten Ausstattung zu finden sein.
Vergleiche aber wirklich dieselbe Modellvariante. Akkugröße und Erstzulassung müssen übereinstimmen. Auch Laufleistung und Ausstattung sollten ähnlich sein. Erst dann erkennst du, ob der angebotene Preis günstig ist oder lediglich zum Zustand des Autos passt.
Was der Leasingvertrag nicht über den Akku verrät
Wie häufig der Vorbesitzer schnellgeladen oder den Akku lange mit sehr hohem beziehungsweise niedrigem Ladestand abgestellt hat, lässt sich meist nicht vollständig rekonstruieren. Vermutungen über die Ladehistorie bei einem Leasingfahrzeug sind Spekulation. Aussagekräftiger ist ein aktuelles SoH-Zertifikat, das der Verkäufer zu dem Auto liefern sollte.
Ein gebrauchtes Elektroauto leasen
Gebrauchte E-Autos lassen sich je nach Anbieter auch erneut leasen. So fährst du ein bereits drei oder vier Jahre altes Elektroauto für beispielsweise weitere drei Jahre und kannst so komfortabel innerhalb des Garantiezeitraumes für die Batterie bleiben. Dafür solltest du aber die Übernahmebedingungen für die Garantie prüfen.
Der größte Wertverlust liegt zu diesem Zeitpunkt häufig schon hinter dem Auto. Die Leasinggesellschaft kalkuliert deshalb mit einem niedrigeren Fahrzeugwert als bei einem Neuwagen. Das kann die monatliche Rate reduzieren. Ob das Angebot wirklich günstig ist, hängt allerdings auch davon ab, welchen Restwert der Anbieter für die nächste Rückgabe erwartet und welche Finanzierungskosten er einrechnet. Für einen fairen Vergleich rechnest du die Monatsrate auf die gesamte Laufzeit hoch. Eine Sonderzahlung kommt teilweise auch bei gebrauchtem Leasing dazu. Auch feste Gebühren gehören in die Gesamtsumme. Die vereinbarte Laufleistung sollte zu deinem Alltag passen, denn zusätzliche Kilometer können den anfänglichen Preisvorteil wieder aufzehren.
Auch hier schaust du auf die Vorgeschichte des Autos, auf Mängel und auf den Akku. Ein aktuelles SoH-Zertifikat hält fest, mit welchem Batteriezustand die zweite Leasinglaufzeit beginnt. Lass dir außerdem erklären, wie lange die Batteriegarantie noch gilt und wer bei einem technischen Problem dein Ansprechpartner ist. Bei einem drei Jahre alten Elektroauto solltest du noch keine spürbaren Einbußen in der Akkukapazität haben.
Passt die verbleibende Reichweite zu deinem Alltag und bleibt die Gesamtausgabe unter einem vergleichbaren Neuwagenleasing, kann das Gebrauchtleasing eine gute Alternative sein. Eigentümer wirst du dabei weiterhin nicht: Am Ende gibst du das Auto erneut zurück.
Was du jetzt tun kannst
Wenn dein Leasingvertrag ausläuft, überlegst du dir zuerst, ob du das Auto übernehmen möchtest. Ein Blick in den Vertrag sagt dir schnell, ob das möglich ist. Als nächstes schaust du, welchen Preis der Leasinggeber verlangt. Vergleiche diesen Preis mit dem realistischen Marktwert deines Autos. Mögliche Rückgabekosten gehören ebenfalls in die Entscheidung. Sie sind aber kein Grund, einen deutlich zu hohen Übernahmepreis zu akzeptieren.
Möchtest du das Auto übernehmen und dann weiterverkaufen? Dann musst du den Marktwert herausfinden. Aampere hilft dir dabei, mit einem Angebot für dein Elektroauto innerhalb von 48 Stunden.
Bleibt zwischen dem Übernahmepreis, den tatsächlichen Zusatzkosten und dem realistischen Verkaufserlös kein ausreichender Spielraum, lohnt sich die Übernahme meist nicht. Vielleicht ist ein anderer Leasingrückläufer beim Händler günstiger als dein bisheriges Auto. Auch Gebrauchtleasing kann eine Alternative sein, wenn du kein Auto fest kaufen möchtest.
Quellen und weiterführende Links:
- ADAC: Benzinpreis-Schock: Jetzt ein gebrauchtes Elektroauto kaufen?
- ADAC: Leasing-Rückgabe: So vermeiden Sie typische Kostenfallen
- ADAC: Leasing: So funktioniert die Auto-Miete auf Zeit
- BDL: Leasing A-Z
- DAT: Restwert von E-Autos: Diese Rolle spielt der Akkuzustand
- DAT: Was ist mein Auto wert? Kostenloser Gebrauchtfahrzeugwert
- DEKRA: Zustandsbericht für Ihr Fahrzeug
- EnBW: Wie hoch ist der Wertverlust bei E-Autos?

